![]() |
|
||||||||||
|
|||||||||||
Herzgeräusche sind oft erste Hinweise auf eine Herzerkrankung. Werden Herzgeräusche, beispielsweise im Zusammenhang mit einer Junghund-Impfung vom Tierarzt gehört, sollte immer eine exakte Diagnose mit einer Herzultraschalluntersuchung erfolgen. Im Zusammenhang mit dem Auftreten eines Herzgeräusches muss bemerkt werden, dass nicht jedes Herzgeraeusch auf einen Herzfehler schliessen laesst und dass nicht jeder Herzfehler ein Geräusch verursacht- da die Unterscheidung aber nur mittels eines Herzultraschalls erfolgen kann, sollte dieser immer durchgeführt werden.. Herzgeräusche können aber nicht nur durch angeborene Erkrankungen verursacht werden, sondern entwickeln sich auch oft bei älteren Hunden, wenn sich eine Herzklappenerkrankung, wie z.B. eine Mitralklappenendokardiose, entwickelt hat. Auch hier sollte eine weitere Abklärung mittels Röntgen und Herzultraschall vorgenommen werden. Folgend ist eine recht spezielle Erklärung zu Herzgeräuschen und deren Entstehung.
Auskultation = Abhören von Herz und Lunge mit einem Stethoskop Die Auskultation ist ein wichtiger Teil der Herz-Kreislauf Untersuchung. Wenn ein erfahrener Arzt auskultiert, können durch die Auskultation viele, wenn auch nicht alle schwerwiegenden Herzerkrankungen erkannt werden. Einige Krankheiten, wie z.B. der persistierende Ductus arteriosus haben so typische Herzgeräusche, dass eine Verdachtsdiagnose mit hoher Wahrscheinlichkeit gestellt werden kann.Wichtig ist, immer gleichzeitig während der Auskultation den Puls zu fühlen, um ein eventuell vorhandenes Pulsdefizit (nicht jede auskultierte Herzaktion führt zu einer Pulswelle) diagnostizieren zu können. Dies deutet auf das Vorliegen einer Arrhythmie hin. Essentielle Befunde bei der Auskultation sind: Abnormale Herzfrequenz (Bradykardie und Tachykardie) Irregulärer Rhythmus Abnormale Intensität der Herztöne Zusätzliche Herztöne Geteilte Herztöne
Unterschied Herztöne und Herzgeräusche: während Herztöne meist normale Befunde darstellen, sind Herzgeräusche abnormale Befunde. Normalerweise werden beim Kleintier nur 2 Herztöne gehört, beim Pferd können häufiger alle 4 Herztöne auskultiert werden. 1. Herzton (S1): Schluß der AV-Klappen, also der Mitral- und Trikuspidalklappe 2. Herzton (S2): Schluß der Semilunarklappen, also der Aorten- und Pulmonalklappe 3. Herzton (S3): entsteht durch Vibration des Ventrikels, v.a. bei Kardiomyopathien 4. Herzton (S4): entsteht durch die Vorhofkontraktion (welche zwar immer vorkommt, aber nicht immer zu hören ist. Typischer Weise liegt eine beeinträchtigte Relaxation des Ventrikels vor, z.B. bei hypertropher Kardiomyopathie der Katze- möglich aber auch bei alten Katzen) Gallop Rhythmus: hier hört man zusätzlich zu dem ersten und zweiten Herzton S3 oder S4. Die Herztöne sollten im Normalfall deutlich hörbar und immer gleich in ihrer Intensität sein. Ursachen für gedämpfte Herztöne sind Adipositas, Thorax- bzw. Perikardergüsse und intrathorakale Massen. Unterscheiden sich die Herztöne deutlich in ihrer Intensität, sind in der Regel Arrhythmien die Ursache.
Es wird zwischen systolischen, diastolischen und kontinuierlichen Herzgeräuschen unterschieden; 98% sind systolische Herzgeräusche - also, wenn es nicht ganz klar ist, ist es wohl systolisch - Prüfung :-) Systolische Herzgeräusche sind kurz nach dem Schluss der AV Klappen zu hören, also nach dem ersten Herzton:
Es ist wichtig, Herzgeräusche richtig lokalisieren zu können, da so auf die Ursache des Herzgeräusches geschlossen werden kann- natürlich spielen auch das Signalement, also Rasse und Alter eine Rolle.
Punktum maximum = dort, wo man das Herzgeräusch am lautesten hört Pulmonalklappe u. Aortenklappe: links vorne, oft unter der Schulter (3/4 ICR): Mitralklappe: apikal, also weiter hinten auf der linken Seite (5-7. ICR) Trikuspidalklappe: rechts 4. ICR Zur Merkstütze gibt es PABST- wenn man vorne links beginnt: Pulmonal-Aorten-Bikuspidal (=Mitralklappe)- Seitenwechsel- Trikuspidalklappe
Bei der Katze werden die meisten Herzgeräusche am besten neben dem Sternum, bzw. parasternal gehört. Man braucht schon sehr viel Erfahrung und v.a. ein pediatrisches Stethoskop mit einer kleinen Auflagefläche, um ein Geräusch einer Klappe zuordnen zu können. Generell gilt aber natürlich: links 2.+3. ICR Aorten- u. Pulmonalklappe 4.+5. ICR Mitralklappe rechts 4.+5. ICR Trikuspidalklappe Es ist bei Katzen durchaus legitim die Lokalisation der Herzgeräusche in "kaudal" (Stethoskop über der Herzspitze), "kranial" (1-2 Interkosträume vor dem Apex), "links und rechts sternal" einzuordnen.
Intensität: die Intensität wird in 6 Grade eingeteilt. Hier hilft va soviele Tiere wie möglich abzuhören, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Herzgeräusch eingestuft wird. Grad 1: sehr leise, nur in einem ruhigen Raum nach einiger Zeit zu hören Grad 2: leise, aber sofort zu hören Grad 3: moderate Lautstärke Grad 4: lautes Geräusch, aber ohne Thrill Grad 5: sehr lautes Geräusch, mit der Hand kann das Geräusch gefühlt werden (Thrill) Grad 6: extrem laut, hörbar ohne Kontakt mit Thoraxwand
Abgesehen von kongenitalen Erkrankungen, wie ein VSD oder PDA, gibt es bei der Katze vor allem 2 erworbene systolische Heryzgeräusche, die ca. 98% der Herzgeräusche bei der Katze ausmachen: „SAM“ und „DR VOTO“ Leider können diese von der Lokalisation her nicht eindeutig zugeordnet werden. Deshalb sollte jede Katze mit einem Herzgeräusch einen Herzultraschall bekommen. |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bitte auf das Symbol klicken. Natürlich brauchen Sie dazu Lautsprecher am Computer :-) Die Wiedergabe erfolgt dann mit dem Windows Media Player. Hier bitte auf der Leiste am WM-Player : Wiedergabe>Wiederholen anklicken, damit die Töne beseer und länger angehört werden können: |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Copyright© Dr. Gerhard Wess, Dipl. ECVIM-CA |
Die offizielle Web Seite der Abteilung für Tierkardiologie, LMU München
|
Diese Webseite wurde seit 1.3.2004: |
mal besucht. |
.