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Röntgendiagnostik

Autoren: TA Markus Killich und Dr. Gerhard Wess, Dipl. ECVIM-CA

Einführung zur Röntgendiagnostik

Das Röntgen spielt in der Diagnostik von Herzerkrankungen eine wichtige Rolle. Ihm fallen dabei verschiedene Rollen zu:

• Beurteilung von Größe und Form des Herzens

• Beurteilung von Stauungserscheinungen und somit des Schweregrades der Erkrankung

• Evaluierung der Effektivität der Therapie

• Beurteilung des Lungenparenchyms, sowie der Pleural- und Mediastinalräume

• Erkennung von nicht kardial bedingten Erkrankungen des Atemwegsapparates

Das Röntgen ist somit eine wichtige Ergänzung zur Echokardiographie, da nur hier die Auswirkungen einer Herzerkrankung, wie z.B. Lungenödeme, sichtbar gemacht und zum anderen wichtige differentialdiagnostische Hinweise bei dyspnoeischen Patienten gewonnen werden können.

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Röntgentechnik:

Um eine fundierte Diagnose stellen zu können, ist eine gute Röntgentechnik wichtig. Diese sollte immer als erstes bei der Begutachtung von Röntgenbildern evaluiert werden. Folgende Punkte sollten beachtet werden:

• Ist der zu untersuchende Ausschnitt richtig gewählt und sind alle interessanten Strukturen abgebildet?

• Ist die Lagerung korrekt? Verkippte Aufnahmen können u.a. dazu führen, dass die Herzgröße falsch eingeschätzt wird.

• Ist die Belichtung optimal? Über- oder unterbelichtete Aufnahmen lassen z.B. keine zufriedenstellende Auswertung des Lungenfeldes zu.

• Wichtig bei Thoraxaufnahmen: Erfolgte die Aufnahme in Inspiration oder Exspiration? Nur inspiratorisch geschossene Bilder sollten ausgewertet werden, da exspiratorische Aufnahmen keine Beurteilung des kaudalen Lungenfeldes erlauben (die Lunge erscheint in diesem Bereich interstitiell verschattet, obwohl sie es eigentlich gar nicht ist). Außerdem wird dadurch oft die Herzgröße überschätzt.

Grundsätzlich sollte ein Tier immer in 2 Ebenen geröngt werden. Bei kardiologischen Fragestellungen empfiehlt es sich, eine laterolaterale und eine dorsoventrale bzw. ventrodorsale Aufnahme anzufertigen.

Standardprojektionen sind eine Seitenlage (in BE wird linke Seitenlage bevorzugt) und die DV- oder VD-Projektion. Bei der Suche nach Metastasen werden Aufnahmen in beiden Seitenlagen angefertigt. Hartstrahltechnik wird empfohlen, um hohe Kontraste zwischen den knöchernen Rippen und der lufthaltigen Lunge zu vermeiden. Die Belichtungszeit wird so kurz wie möglich (nicht über 0,02 Sek) gewählt.

Achtung: Beim Kleintier erfolgen die Aufnahmen in Seiten- oder Rückenlage. Dabei wird die unten liegende, tischnahe Lunge komprimiert und hypostatisch. Daraus resultiert, dass nur die oben liegende Lungenhälfte beurteilt werden kann. Selbst Massen und pneumonische Veränderungen des jeweils unten liegenden Mittellappen werden nicht dargestellt. Das Aussehen, teilweise auch die Lage (Zwerchfellpfeiler) der einzelnen thorakalen Strukturen ändert mit der Lage.

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Nomenklatur:

Unbelichtete Röntgenfilme sind ja bekanntermaßen weiß. Sie werden durch die Röntgenstrahlung geschwärzt. Fällt nun der „Schatten“ eines Organs auf den Röntgenfilm, bleibt dieses Areal weiß, es wird also schwächer belichtet. Deshalb spricht man bei allen hellen Bereichen im Röntgenbild von Verschattungen –sie lassen die Röntgenstrahlung nicht oder nur abgeschwächt passieren-, dunkle Bereiche werden hingegen als Aufhellungen angesprochen. Gerade in der Prüfung sollte man sich nicht die Blöße geben, vor Aufregung die beiden Begriffe miteinander zu verwechseln.

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