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Röntgendiagnostik: Bestimmung der Herzgröße

Die Vertebral-Heart-Score Methode

Autoren: TA Markus Killich und Dr. Gerhard Wess, Dipl. ECVIM-CA

Bestimmung der Herzgrösse:

Die Evaluierung der Herzgröße kann subjektiv oder mittels einer etwas objektiveren Methode erfolgen, beispielsweise mittels des vertebral heart score (VHS).

Dazu misst man die Länge des Herzens ausgehend von der Bifurkatio tracheae bis zur Herzspitze (in der Abbildung: A), sowie senkrecht dazu die maximale Breite des Herzens (in der Abbildung: B). Die Länge A und Breite B entsprechen jeweils einer bestimmten Anzahl an Wirbelkörpern. Die jeweilige Anzahl wird immer ausgehend von Th 4 bestimmt. Die Summe dieser Wirbelkörper entspricht dann dem VHS.
Normalwerte Hund: 8,0-10,5 Wirbelkörper:

Normalwerte Katze: 6,9-8,1 Wirbelkörper:

Bsp.:

Länge A entspricht 4 Wirbelkörpern

Länge B entspricht 3 Wirbelkörpern

=> Summe der Wirbelkörper = A+ B = 4 + 3 = 7 WK

=> VHS = 7

Bei der Katze entspricht eine Wirbelsumme von mehr als 8,1 Wirbeln einer Kardiomegalie, beim Hund eine Summe von mehr als 10,5.

Die Herzgröße sollte immer, solange man noch keine große Erfahrung bei der Beurteilung von Röntgenbildern hat, auf diese Art bestimmt werden. Eine der häufigsten Fehlinterpretationen bei der Evaluierung des Herzens stellt nämlich eine falsch diagnostizierte Kardiomegalie dar. Auch die Form des Brustkorbes spielt dabei eine Rolle. Bei Hunden wie Bulldoggen oder Boxern, die eine eher tonneförmige, runde Form des Brustkorbes besitzen, wirkt das Herz größer, als bei Hunden mit einem tiefen, schmalen Thorax, wie z.B. bei Windhunden.

Bei verschiedenen Hunderassen ist die relativen Herzgröße viel variabler als bei unterschiedlichen Katzenrassen. Dafür kann bei Katzen die longitudinale Achse verhältnismäßig stark variieren. So sieht man bei älteren Katzen häufig eine abgeflachte, mehr horizontale Lagerung des Herzens (= breite Auflage auf dem Sternum) mit einer geschlängelten Aorta. Dies stellt einen physiologischen Befund dar.

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