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Übersicht über ACE-Inhibitoren:

ACE-Hemmer sind in der Tier- wie in der Humanmedizin häufig bei chronischen Herzerkrankungen eingesetzte Medikamente. Studien belegen, dass ihre Gabe bei Patienten mit kongestivem Herzversagen sich positiv auf die Überlebensdauer auswirkt. Allerdings konnte auch gezeigt werden, dass ihr Einsatz bei Patienten mit noch asymptomatischen Herzerkrankungen keine Vorteile gegenüber der Gabe von Placebo mit sich brachte. Zur Zeit ist eine Reihe von verschiedenen Präparaten am Markt:

Vasotop (Ramipril), 1,25 mg, 2,5 mg, 5mg Tabletten

Enacard (Enalapril), 1 mg, 2.5 mg, 5 mg, 10 mg, 20 mg Tabletten

Prilium (Imidapril), als Lösung erhältlich: PRILIUM® 150 mg und 300 mg

Fortekor (Benazepril) 2,5 mg, 5mg, 20 mg Tabletten

Die Namen der Wirkstoffe enden immer auf die Endsilbe "-pril". Die verschiedenen Wirkstoffe unterscheiden sich hauptsächlich anhand ihrer Pharmakokinetik. Von der Wirksamkeit sind alle Präparate gegenüber den Konkurenzprodukten mehr oder weniger ebenbürtig.

Enalapril wird zum großteil über die Nieren, Benazepril, Imidapril oder Ramipril werden hingegen mehr über die Leber ausgeschieden. ACE-Hemmer werden außerdem häufig bei der Therapie chronischer Niereninsuffizienzen eingesetzt.

Einsatz:

Kongestive Herzinsuffizienz (Lungenödem, Pleuralerguß, Aszites)- zusammen mit einem Diuretikum

Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Verlängerung der Lebensdauer bei mässiger bis schwerer kongestiver Herzinsuffizienz.

Wirkungsmechanismus:

Bei der Regulation des Blutdrucks, des Blutvolumens und der Natriumkonzentration im Körper spielt das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) eine sehr wichtige Rolle. Der genaue Regulationsmechanismus wird hier beschrieben. Das ACE führt dazu, dass Angiotensin I in die aktive Form Angiotensin II aufgespalten wird. Das Angiotensin II bewirkt, dass sich die Blutgefäße verengen und vermehrt Natrium und Wasser von den Nieren in den Körperkreislauf zurückgeführt werden. Das wiederum führt zu höherem Blutdruck, höherem Blutvolumen und höherer Natriumkonzentration. ACE-Hemmer wiederum wirken dem entgegen. Sie sorgen dafür, dass nicht mehr so viel aktives Angiotensin II gebildet wird. Als Folge davon sinkt der Blutdruck, denn die Blutgefäße werden nicht mehr so stark verengt. Wasser und Kochsalz werden vermehrt über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.

Durch die hemmende Wirkung auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron System verringern ACE-Hemmer nachhaltig die Vor- und Nachlast des Herzens, die Haemodynamik wird verbessert und die Herzarbeit erleichtert.

Untersuchungen an Hunden zeigten, dass ACE-Inhibitoren die klinischen Symptome der Herzinsuffizienz verbessert, insbesondere was Atembeschwerden und Husten in Ruhe und Bewegung anbelangt. ACE-Inhibitoren führen zu einer signifikanten Verlängerung der Lebenszeit, bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität.

Gegenanzeigen:

Bei Anwendung von ACE-Hemmern kann es vorübergehend zu leichten Nebenwirkungen kommen: Hypotonie, Azotämie, Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit und Koodinationsstörungen.

Eine bestehende Hypotonie infolge geschwächter kardiovaskulärer Leistungsfähigkeit kann durch die Therapie verschlimmert werden. Die Hypotonie kann zu einer praerenalen Azotaemie führen.

Die Nierenfunktion muss daher vor Beginn der ACE-Hemmer-Therapie und 1 Woche nachher geprüft werden (Harnstoff, Kreatinin). Wenn klinische Symptome einer Hypotonie oder Azotaemie auftreten, sollte die Dosis des Diuretikums, nötigenfalls auch diejenige von Enacard gesenkt und die Kontrolle der Nierenfunktion fortgesetzt werden.

Verabreichunsarten:

Tabletten, oder Lösung (Prilium)

Dosierung:

Enalapril: 1-2 mal pro Tag 0.5 mg/kg KGW per os.

Die individuelle Dosis wird aufgrund des Körpergewichts des Hundes festgelegt und entsprechend den verschiedenen Tablettenstärken zusammengestellt.

Spricht der Patient nicht innert 2 Wochen auf die Therapie an, sollte die Dosis abhängig von der Reaktion erhöht werden auf maximal 2 mal täglich 0.5 mg/kg KGW.

Eine Begleittherapie mit Diuretika sollte spätestens 1 Tag vor Behandlungsbeginn mit Enacard begonnen werden.

Ramipril: einmal täglich 0,125 mg Ramipril je kg KG, per os, d.h. 1 Tablette Vasotop 1,25 pro 10 kg KGW, 1 Tablette Vasotop 2,5 pro 20 kg KGW oder 1 Tablette Vasotop 5 pro 40 kg KGW. Je nach Schweregrad der pulmonalen Stauung bei Patienten mit Husten bzw. Lungenoedem besteht die Möglichkeit, nach 2 Wochen die Dosis auf eine einmal tägliche Gabe von 0,25 mg je kg KG zu erhöhen. Die Verabreichung erfolgt 1 mal täglich oral.

Prilium: flüssige Lösung! Die Gebrauchslösung ist einfach herzustellen, ihre Haltbarkeit beträgt 60 Tage bei Kühlschranklagerung. Mit einer zur Originalverpackung gehörenden 2-ml-Spritze kann der Hundebesitzer individuell die verordnete PRILIUM®-Menge entnehmen und verabreichen. Dabei ist unerheblich, ob die Lösung direkt ins Maul oder über das Futter appliziert wird.Die einfache Handhabung der Lösung garantiert eine exakte Dosierbarkeit für jeden Hund. Damit wird die entscheidende Voraussetzung für die klinische Effizienz eines ACE-Hemmers erfüllt.
PRILIUM® ist in zwei Stärken in jeweils 30-ml- Flaschen erhältlich: PRILIUM® 150 mg für Hunde mit einem KGW von 4–40 kg und PRILIUM® 300 mg für Hunde bis 80 kg.

Benazepril: 1-2 mal pro Tag 0,25-0.5 mg/kg KGW per os

Nebenwirkungen:

Kaum Nebenwirkungen. ACE-Hemmer gelten als sichere Medikamente.

Gefährlich (aber selten): akute Niereninsuffizienz, v.a. bei hohen Diuretika Dosen möglich

 Weitere Informationen:

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