Cutting-Balloon-Therapie der Subaortenstenose (SAS) beim Hund
Moderne interventionelle Therapie bei hochgradiger Subaortenstenose
Die Cutting-Balloon-Therapie ist ein spezialisiertes interventionelles Katheterverfahren zur Behandlung von hochgradigen Subaortenstenosen (SAS) beim Hund.
Sie kommt insbesondere bei Patienten infrage, bei denen aufgrund eines sehr hohen Druckgradienten ein erhöhtes Risiko für Synkopen oder plötzlichen Herztod besteht.
Diese Seite konzentriert sich auf die interventionelle Behandlung. Allgemeine Informationen zur Erkrankung finden Sie auf unserer Seite zur Subaortenstenose (SAS).
Was ist das Ziel der Therapie?
Ziel ist die Entlastung des linken Herzens durch Verringerung der Einengung im Bereich des linken Ausflusstrakts.
- Reduktion des Druckgradienten
- Entlastung des linken Ventrikels
- Verringerung des Risikos für Synkopen und plötzlichen Herztod
Wann empfehlen wir eine Cutting-Balloon-Therapie?
hochgradige SAS: über 80 mmHg
besonders hohes Risiko: über 130 mmHg
Bei Hunden mit sehr hochgradiger SAS und insbesondere bei einem Druckgradienten von über 130 mmHg besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende Komplikationen und plötzlichen Herztod.
In diesen Fällen empfehlen wir heute eine besonders sorgfältige Überwachung, eine angepasste medikamentöse Therapie und – je nach individueller Situation – frühzeitig die Prüfung einer interventionellen Behandlung.
Medikamentös setzen wir heute häufig eher Sotalol ein. Wenn absehbar ist, dass ein Hund in einen sehr hohen Gradientbereich kommt oder bereits dort liegt, besprechen wir auch die Option einer interventionellen Therapie.
Wie funktioniert das Cutting-Balloon-Verfahren?
Das Verfahren erfolgt minimalinvasiv über einen Herzkatheter.
- Ein Katheter wird über ein Gefäß bis zum Herzen vorgeschoben.
- Die Engstelle wird mit einem speziellen Cutting Balloon gezielt eingeritzt.
- Anschließend wird die vorbereitete Stenose mit einem Hochdruckballon erweitert.
Dadurch lässt sich die fibrotische Einengung häufig gezielter behandeln als mit einer alleinigen konventionellen Ballonierung.
Vorteile gegenüber einer klassischen Ballonierung
- gezielteres Aufbrechen der fibrotischen Engstelle
- bessere Vorbereitung für die anschließende Ballondilatation
- potenziell stärkere hämodynamische Entlastung in ausgewählten Fällen
Bildgebung während des Eingriffs
Der Eingriff wird unter Durchleuchtung und zusätzlich unter hochspezialisierter echokardiographischer Kontrolle durchgeführt.
Bei uns kommt dabei auch eine transösophageale Echokardiographie zum Einsatz. So kann die Einengung im 2D- und 3D-Bild sehr präzise dargestellt und vermessen werden.
Ergebnisse und Erfahrung an der LMU
Die Cutting-Balloon-Therapie wird an der Kleintierklinik der LMU seit mehreren Jahren durchgeführt.
Auch wenn die veröffentlichten Langzeitdaten begrenzt sind, verfügen wir klinisch inzwischen über eine relevante praktische Erfahrung mit diesem Verfahren.
Besonders sinnvoll kann der Eingriff sein bei:
- sehr hochgradigen Subaortenstenosen
- progressiven Verläufen
- Patienten mit Synkopen oder hohem Risiko für plötzlichen Herztod
Ist der Eingriff gefährlich?
Wie jeder interventionelle Herzeingriff ist auch dieses Verfahren nicht risikofrei.
Mögliche Risiken sind unter anderem:
- Herzrhythmusstörungen
- Komplikationen durch die Kathetermanipulation
- Narkoserisiko
Der Eingriff erfolgt deshalb unter enger anästhesiologischer Überwachung, kontinuierlichem EKG und moderner Bildgebung.
Warum an einem spezialisierten Zentrum?
Die interventionelle Behandlung der Subaortenstenose erfordert viel Erfahrung in interventioneller Kardiologie, Anästhesie und Bildgebung.
An der Kleintierklinik der LMU führen wir regelmäßig komplexe Herzkatheter-Eingriffe durch, darunter auch Cutting-Balloon-Verfahren bei sehr hochgradiger SAS.