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Der Verschluß eines persistierende Ductus Arteriosus Botalli (PDA) mittels eines Katheterverfahrens: PDA-Coil-Verschluß

Informationen für Tierbesitzer von Dr. Gerhard Wess, Dipl. ECVIM-CA

 

Einführung

Eine ausführliche Beschreibung zur Diagnosestellung mittels klinischer Untersuchung, EKG, Röntgen, Herzultraschall und was ein persistierender Ductus arteriosus botalli genau ist, welche Auswirkungen er hat, wie die Prognose etc. ist, findt sich auf unserer PDA Seite. Auf dieser Seite hier behandeln wir nur die Therapie eines PDA's.

Echokardiographie: Bestimmung der Ductus Form und Grösse

Die zum Verschluß eines PDA's verwendeten Coil-Spiralen gibt es in verschiedenen Größen. Um eine Vorauswahl der geeigneten Größe treffen zu können, sollte versucht werden den PDA im 2D Ultraschallbild darstzustellen. Mittels eines Herzultraschalls gelingt die direkte Darstellung des offenen Ductus in der Hand erfahrener Untersucher meistens. Hier kann zum einen die Form des Ductus, sowie die Grösse bestimmt werden, um so die Auswahl eines geeigneten Coils für die Therapie mittels einer Coil-Embolisation zu treffen (siehe unten).

Ao: Aorta, D: Ductus arteriosus (PDA), PA: Pulmonalarterie, LPA: linke Pulmalarterie

Mittels einer Farbdoppleruntersuchung kann der Blutfluss durch den PDA dargestellt werden:

Ao: Aorta, D: Ductus arteriosus (PDA), PA: Pulmonalarterie

Das Blut fließt von der Aorta durch den PDA im Bild nach oben und vermischt sich dort mit dem von "oben" nach unten fließenden Blut in der Pulmonalarterie. Dadurch entsteht eine Turbulenz, gekennzeichnet durch die gelbe Mosaikfarbe.

Um ein besseres Verständnis für den Blutfluß zu bekommen, können sie sich ein Herzultraschall-Video mit Farbdoppler ansehen

 

Marcomedia flash Video: Herzultraschall Video eines PDA's

Marcomedia flash Video: Herzultraschall Video eines PDA's (Modem)

Behandlung- Therapie mittels Coil Verschluß:

Ein PDA sollte in den meisten Fällen verschlossen werden, und zwar besser früher als später, bevor sich bereits Folgeschäden am Herzen gebildet haben.Während bis vor kurzem die einzige Behandlungsmöglichkeit eine Operation am offenen Brustkorb war, kann heute dieser Defekt oft mittels Katheter verschlossen werden.

An der Abteilung für Kardiologie in München lagern wir die Tiere auf der rechten Seite. Dann erfolgt eine Freipräparation der Femoralarterie. Durch die Arterie (an der Schenkelinnenseite) wird dann ein Katheter zum Herzen vorgeschoben.

Dr. Wess beim Vorschieben des Katheters durch die Femoralarterie

Zunächst wird der Katheter am PDA vorbei etwas weiter nach karnial geschoben und dann dort ein Angiogram (Kontraströntgenaufnahme) während einer Durchleuchtung (Fluroskopie) gemacht. Mittels Kontraströntgendarstellung kann der Durchmesser des PDA exakt gemessen, falls dies noch nicht mittels Ultraschall möglich war..

Der PDA ist mittels der Pfeile markiert. AO: Aorta, PA: Pulmonalarterie

Quicktime Video: Angiogram (Kontrastmitteldarstellung) eines PDA's (Modem)

Quicktime Video: Angiogram (Kontrastmitteldarstellung) eines PDA's (DSL-grösseres Video)

Dann wird der Katheter vor den PDA plaziert. Nun wird durch den Katheter eine spezielle Spirale (Coil) in den PDA vorgeschoben und an der engsten Stelle platziert.

Der Coil ist zunächst gestreckt im Katheter. Sobald er aus dem Katheter herausgeschoben wird, fängt sich die Spirale an zu winden. Über einen Positionierungskatheter ist der Coil zunächst noch mit dem Positionierungkatheter verbunden und somit positionierbar, d.h. er kann z.B. wieder zurückgezogen werden, wenn die Position des Coils nicht richtig ist, oder wenn er sich z.B. in die Pulmoalarterie durch den PDA gedrückt hat. Wenn die Position des Coils zufriedenstellend ist, wird der Coil vom Positionierungskatheter getrennt.

Die PDA Coil Spirale hat spezielle Fäden, die dabei helfen ein lokales Gerinnsel zu verursachen, welches zusammen mit der Spirale den PDA Durchgang permanent verschliesst.

Nach einigen Minuten wird nochmals ein Herzultraschall durchgeführt, um zu sehen, wie gut der PDA durch den Coil verschlossen wurde. Ist der PDA nicht komplett verschlossen, bzw. noch ein deutlicher Strom durch den PDA erkennbar, so wird ein weiterer Coil positioniert.

Ausserdem kann nochmals ein Angiogram gemacht werden, um den PDA Verschluss sichtbar zu machen.

Video: Angiogram (Kontrastmitteldarstellung) eines PDA's nach Coil Verschluss (Modem)

Video: Angiogram (Kontrastmitteldarstellung) eines PDA's nach Coil Verschluss (DSL)

Veränderungen des arteriellen Drucks:

Da durch den unverschlossenen PDA das Blut aus der Aorta in die Pulmonalarterie (in Systole und in Diastole) fließt, ist vorallem der diastolische Blutdruck stark erniedrigt. Wenn der PDA erfolgreich verschloßen wird, kann man schon unmittelbar nach dem Coil Verschluß einen Anstieg des diastolischen Blutdrucks erkennen (wenn während des Coil Verschlusses eine arterielle Blutdruckmessung durchgeführt wird):

Operativer PDA Verschluß:

Eine weiter Methode zum PDA Verschluß ist eine klassische Operation: Über einen Schnitt am Brustkorb wird die Lunge zur Seite geschoben und der PDA freipräpariert. Der Verschluß des PDA erfolgt durch ein Abbinden mit Fäden, die um dieses fehlerhafte Gefäß herumgelegt und geknotet werden. Alternativ kann der PDA auch mit einem Gefäßclip verschlossen werden. Seit der neuen Möglichkeit des PDA Verschlusses mit dem oben erwähnten Katheterverfahrens, welches weniger Komplikationen aufweist und wesentlich weniger invasiv ist, da der Brustkorb geschlossen bleibt, wird von uns eine Operation zum PDA Verschluss nur noch in Ausnahmefällen empfohlen.

 
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