Hallo liebes Team von der Tierkardiologie,
meine 11,5 jährige Chihuahua-Mix Hündin (5,4 kg) hat eine Mitralklappeninsuffizienz B2/C1. Beim Röntgen wurde ein kleiner dunkler Fleck in der Lunge gesehen, der eventuell ein beginnendes Ödem sein könnte. Sie hatte bisher keine Symptome wie Kurzatmigkeit oder Husten. Aufgrund dessen wurde ihr dann Furosemid verschrieben. Sie bekommt nun 2 x täglich 10 mg Tabletten. Ich konnte keine Änderung bei ihr feststellen, aber der Kot ist nun weicher. (teilweise flüssig). Ob Furosemid (mit-) verantwortlich ist, kann ich nicht genau sagen. Leichter geworden ist sie nicht.
Nach meinen Recherchen bekommen erwachsene Menschen, unabhängig vom Gewicht, "als Initialdosis 40 mg Furosemid als Tablette". (https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Furosemid_283)
Sind da nicht 20 mg am Tag für einen 5,4 kg leichten Hund etwas viel?
Vor allem auf Dauer und bei einem Ödem, was (noch) nicht gesichert festgestellt werden konnte.
Kann das ggf. auch wieder runterdosiert werden?
Ich habe außerdem dort auch gelesen (bezogen auf Menschen), dass "Die tägliche Erhaltungsdosis liegt in der Regel bei 40 − 80 mg Furosemid bzw. 60 mg Furosemid-Retardkapsel täglich oder jeden 2. bzw. 3. Tag." Auch bei Tieren habe ich gelesen, dass es jeden 2./3. Tag gegeben werden könnte.
Da mein Hund 2 x täglich die Tabletten bekommt (sehr schwierig, sie in den Hund zu bekommen), frage ich mich, ob es ggf. gut und machbar wäre, diese auch nur alle zwei Tage zu geben? Ich wollte Sie als Experten fragen, werde es aber auch mit meiner TÄ besprechen.
Dann habe ich noch eine Frage: Haben Sie ggf. Erfahrungen zu alternativen Möglichkeiten der Entwässerung? (Kräuter; Heilpilze; etc.)
Vielen Dank schonmal
und liebe Grüße
Jessika Neumann
Dosierung von Furosemid Hund
Moderator: j.schöbel
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l.trauffler
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Re: Dosierung von Furosemid Hund
Guten Tag,
bei einem Lungenödem wäre erwartbar, dass die Atemfrequenz in Ruhe gezählt (im Schlaf) vor Therapiestart bei über 30/min liegt - wenn Sie sagen, es ist keinerlei Atemwegssymptomatik aufgefallen, spricht dies gegen ein Lungenödem - ich gehe aber davon aus, dass Sie vor dem Therapiestart vermutlich keine Atemfrequenz gezählt haben. Ein Lungenödem wird lege artis per Thoraxröntgen diagnostiziert, die Symptomatik sollte aber natürlich auch dazu passen. Nun bekommt Ihr Hund aber keine hohe Entwässerungsdosis (ca 1.8mg/kg 2x tgl.), dies ist eine gute Start- und auch Erhaltungsdosis, wenn kein massives Lungenödem bestanden hat. Eine Diurese kann - wenn sie notwendig war - nicht wieder abgesetzt werden, da das Lungenödem dann wieder auftreten wird. Es gilt hierbei immer, so viel als nötig, aber auch so wenig als nötg zu geben.
Eine Alternative zu Furosemid dazu können wir nicht empfehlen. Furosemid (oder alternativ Torasemid als potentere Entwässerung) ist das erste Mittel der Wahl. Wirwürden Ihnen empfehlen einen kardiologischen Ultraschall bei einem Kardiologen durchführen zu lassen, um die Notwendigkeit und die Dosisstärke des Furosemides zu reevaluieren. Wir empfehlen ausserdem täglich die Ruhe-Atemfrequenz zu zählen, diese sollte immer vergleichbar unter 30/min liegen. Sollte die Atemfrequenz in Ruhe gezählt tendenziell ansteigen über mehrere Tage hinweg, kann dies ein Hinweis auf eine Krankheitsprogression sein (andere Ursachen wie Schmerzen, Unruhe,... sind aber auch noch auszuschliessen, wenn die Ruhe-Atemfrequenz mal zu hoch ist).
Alles Gute für Sie und Ihren Hund!
bei einem Lungenödem wäre erwartbar, dass die Atemfrequenz in Ruhe gezählt (im Schlaf) vor Therapiestart bei über 30/min liegt - wenn Sie sagen, es ist keinerlei Atemwegssymptomatik aufgefallen, spricht dies gegen ein Lungenödem - ich gehe aber davon aus, dass Sie vor dem Therapiestart vermutlich keine Atemfrequenz gezählt haben. Ein Lungenödem wird lege artis per Thoraxröntgen diagnostiziert, die Symptomatik sollte aber natürlich auch dazu passen. Nun bekommt Ihr Hund aber keine hohe Entwässerungsdosis (ca 1.8mg/kg 2x tgl.), dies ist eine gute Start- und auch Erhaltungsdosis, wenn kein massives Lungenödem bestanden hat. Eine Diurese kann - wenn sie notwendig war - nicht wieder abgesetzt werden, da das Lungenödem dann wieder auftreten wird. Es gilt hierbei immer, so viel als nötig, aber auch so wenig als nötg zu geben.
Eine Alternative zu Furosemid dazu können wir nicht empfehlen. Furosemid (oder alternativ Torasemid als potentere Entwässerung) ist das erste Mittel der Wahl. Wirwürden Ihnen empfehlen einen kardiologischen Ultraschall bei einem Kardiologen durchführen zu lassen, um die Notwendigkeit und die Dosisstärke des Furosemides zu reevaluieren. Wir empfehlen ausserdem täglich die Ruhe-Atemfrequenz zu zählen, diese sollte immer vergleichbar unter 30/min liegen. Sollte die Atemfrequenz in Ruhe gezählt tendenziell ansteigen über mehrere Tage hinweg, kann dies ein Hinweis auf eine Krankheitsprogression sein (andere Ursachen wie Schmerzen, Unruhe,... sind aber auch noch auszuschliessen, wenn die Ruhe-Atemfrequenz mal zu hoch ist).
Alles Gute für Sie und Ihren Hund!