Herzfrequenz Labrador zu hoch

Hier beantworten wir Fragen zu Herzerkrankungen
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blackymila
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Herzfrequenz Labrador zu hoch

Beitragvon blackymila » Sa Jan 16, 2021 1:08 am

Guten Tag, ich habe eine Frage. Im vergangen Jahr habe ich eine Labradorhündin aus schlechter Haltung übernommen. Sie ist jetzt 2 Jahre und wog bei Übernahme knapp 36 kg (showlinie, aber eher kleines Tier) und hatte nur 15 min Bewegung am Tag. Durch Bewegung und Diät hat Mila dann in etwas mehr als 5 Monaten 10 kg abgespeckt. Wie verfressene Labradore so sind, hat sie im Herbst einen Strunk vom Maiskolben gefressen und wir waren zum Kontrastmittelröntgen 3 Tage in der Klinik. (Steckte aber nichts fest)

Der Zufall brachte dann bei 2 von 3 Untersuchungen Herzrythmusstörungen zum Vorschein. In Gescher Hochmoor wurde dann ein EKG und Röntgen des Herzens etc. gemacht. Alles unauffällig. Zur Sicherheit war ich noch bei einem spezialisierten Tierkardiologen in Gronau, der EKG, Ultraschall und ein 24 Stunden Holter EKG gemacht hat. Dabei kam folgendes raus: bei extremer Belastung ging die Herzfrequenz kurzzeitig knapp über 300, bei Ruhe war sie 50.

Die Hündin ist fit und lebensfroh. Nur wenn sie viel rennt und tobt (vor allem im Sommer) hechelt sie stark und auch etwas länger.
Der Kardiologe in Gronau meinte - nichts machen.

Mein Tierarzt meinte, es könne davon kommen, dass der Hund so stark abgenommen hat. Jetzt bekommt die Hündin versuchsweise Alantolol 25/eine viertel Tablette. Davon schläft sie aber mehr als sonst und macht auch nicht so einen fröhlichen Eindruck.

Der Kardiologe hat ganz klar gesagt: Am Herzen liege es nicht. Macht das Sinn überhaupt Alantolol zu geben? PS Schilddrüse ist ok

Würde mich sehr über eine Antwort freuen. Ich hatte schon einen Labrador mit Ductus Botalli, der bei Ihnen erfolgreich operiert wurde und über 12 Jahre geworden ist.

Mit freundlichen Grüßen
Mila und Familie aus Münster

j.friederich
Beiträge: 103
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Re: Herzfrequenz Labrador zu hoch

Beitragvon j.friederich » Sa Jan 16, 2021 3:50 pm

Guten Tag,

physiologischer Weise steigt die Herzfrequenz bei jedem Tier bei Belastung an. Jedoch sollten dabei ca. 200 Schläge pro Minute auch bei starker Belastung nicht überstiegen werden. Eine Herzfrequenz von 300 Schlägen pro Minute, wie im Falle Ihrer Hündin, sollte auch nicht bei Belastung auftreten und es muss eine zugrundeliegende Pathologie abgeklärt werden. Eine länger anhaltende Tachykardie (erhöhte Herzfrequenz) kann den Herzauswurf reduzieren und dadurch zu Synkopen (Bewusstlosigkeit) und im schlimmsten Falle zum plötzlichen Herztod führen.
Im Falle einer Tachykardie mit einer so hohen Frequenz muss zwischen supraventrikulären (Entstehung im Vorhof) und ventrikulären (Entstehung in der Herzkammer) Arrhythmien unterschieden werden. Hierbei können spezifische Malignitätskriterien vor allem im Langzeit-EKG befundet werden.
Insbesondere bei jungen Labradoren gibt es eine Sonderform der supraventrikulären Tachykardien, wobei sogenannte akzessorische Leitungsbahnen auftreten können (sog. OAVRT ähnlich des Wolff-Parkinson-White Syndroms des Menschen). Hierbei handelt es sich um zusätzliche Leitungsbahnen der elektrischen Aktivität des Herzens, die sehr maligne supraventrikuläre Tachykardien triggern können. Sollte dies der Fall sein, wird zu einer chirurgischen Verödung dieser Leitungsbahnen mittels Katheterablation geraten. Daher sollte bei jungen Labradoren das Langzeit-EKG immer auch bezüglich möglicher Kriterien einer OAVRT analysiert werden.
Prinzipiell ist auch die medikamentöse Therapie abhängig von der zugrundeliegenden Arrhythmie. Atenolol wirkt als Betablocker und senkt dadurch die Herzfrequenz. Jedoch kann es als Nebenwirkung davon auch zu Müdigkeit und Apathie kommen. Daher sollten Sie die antiarrhythmische Therapie nochmals mit dem behandelnden Kardiologen besprechen.
Sie können aber auch gerne einen Termin bei uns in der Tierkardiologie München (Tel.: 089-21802650) zur weiteren Abklärung vereinbaren.

Wir wünschen Ihnen und Mila weiterhin alles Gute!
Jana Friederich
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München


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