Thrombosegefahr

Hier beantworten wir Fragen zu Herzerkrankungen
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Thisbe
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Thrombosegefahr

Beitragvon Thisbe » Mo Apr 10, 2017 7:08 am

Guten Tag liebes Tierärzte-Team,
ich habe ja seit über zehn Jahren zwei HCM-Kater, die seit 2006 bzw. 2007 Medikamente bekommen und nun bereits 14 und 15 sind (macht ja vielleicht auch dem ein oder anderen Mut :) )

Merlin ist 14 (täglich 20 mg Furosemid seit drei Jahren, 1/4 Atenolol 25 mg seit 2007) und macht mir aktuell etwas Sorgen: Vor neun Tagen gingen wir gemeinsam drei Stockwerke (aus dem Freigehege) hoch, er war ziemlich flott oben, während ich noch mit Orko weiter unten war. Plötzlich schrie er sehr laut, lag schreiend auf der rechten Seite und urinierte unter sich. Nach 2-3 Minuten war der Spuk vorbei, er stand langsam auf, blieb noch kurz sitzen und ging dann ganz normal und mit Appetit zu seinem Fressen. Ich fuhr 15 Minuten später mit ihm zum Tierarzt, der Tierarzt vermutete aufgrund der Vorerkrankung und einer kühleren linken Hinterpfote (die ich allerdings nicht so empfand, der Kater stand auch auf einem Metalltisch) eine Thrombose und röngte den Kater. Aufgrund des Röntgenbilds konnte er es wohl nicht eindeutig bestätigen, aber auch nicht wiederlegen, stellte aber eine Arthrose im hinteren Schwanzbereich fest und spritzte an zwei Tagen Heparin, um die Thrombose aufzulösen.Vorbeugend soll ich nun Gingko geben.

Später ist mir eingefallen, dass wir sowas beim Treppengehen schon mal hatten: Der Kater setzte sich an einer Stelle mittem im Treppenhaus hin, schrie mehrfach und kotete unter sich, danach war alles wie immer.

Nun meine Frage: gibt es wirklich Thrombosen, die sich so schnell auflösen?

Ich erwäge, nach Ostern mit dem Kater zu einem Kardiologen zu fahren (1 Stunde Fahrzeit), wollte aber bis dahin vorbeugend lieber 2mal wöchentlich 1/4 ASS 100 geben, weil ich, wenn es eine Thrombose war, dem Gingko nicht ganz traue... Macht dieses Vorgehen Sinn? Ich habe auch noch ein Mittel namens "Cor vital" vom Tierarzt bekommen, das ich aber weglasse - ggf. soll das Herz gar nicht so "gestärkt" werden bei HCM, falls diese Mittel überhaupt wirken.

s.hertzsch
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Re: Thrombosegefahr

Beitragvon s.hertzsch » Di Apr 11, 2017 8:06 am

Guten Tag,

bei einer sogenannten Aortenthrombose kommt es infolge eines abgeschwemmten Blutgerinnsels zu einem vollständigen oder partiellem Verschluss eines Blutgefäßes. Am häufigsten sind hiervon bei Katzen die Hintergliedmaßen betroffen. Ursächlich für die Entstehung solch eines Blutgerinnsels ist bei Katzen zumeist eine Herzerkrankung, welche mit einer Vergrößerung des linken Vorhofes einhergeht. Bei einigen Patienten können die Symptome nur vorübergehend auftreten v.a. wenn es sich um einen partiellen Verschluss handelt. Die Gabe von Medikamenten, wie Heparin, Aspirin oder Clopidogrel, kann bei Katzen mit einem aufgrund einer Herzerkrankung vergrößerten linken Vorhof, das Risiko der Entstehung solch eines Thrombus verringern. Eine Thrombusbildung 100% verhindern oder einen bestehenden Thrombus auflösen können diese Medikamente jedoch nicht. Anhand der aktuellen Studienlage ist von den erwähnten Medikamenten Clopidogrel das Medikament der Wahl zur Thromboseprophylaxe bei Katzen. Es ist empfehlenswert vorher jedoch eine vollständige kardiologische Abklärung durchzuführen.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Hertzsch
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Thisbe
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Re: Thrombosegefahr

Beitragvon Thisbe » Di Apr 25, 2017 7:40 pm

Vielen Dank für Ihre Antwort Frau Hertzsch!

Wir waren zwischenzeitlich bei einer auf Kardiologie spezialisierten Tierärztin in Saarbrücken, die eine 2-3 minütige Thromboseerscheinung für sehr unwahrscheinlich hält und dafür auch kein Anzeichen im Ultraschall sah. Sie hält eine Gelenkproblem durch das Treppensteigen für wahrscheinlicher.

Die "Außernorm-Werte" sind
Septum d (mm): 6,5 (Referenzwert 3-6)
LV wall - d (mm): 6,2 (Referenzwert 2,5-6)
Aorta (mm) 9,6 (Referenz: 19,7-12,1)
LA/AO : 1,36 (Referenz 1,88-1,4)

Bedeutet das, dass die Aorta kleiner ist und dadurch die Thrombengefahr erhöht? Ich soll nichts zur Thrombosevorsorge geben, bzw. wenn 1/4 ASS alle drei Tage. Außerdem soll ich die Enwässerung auf 2mal täglich 10 mg Furosemid statt 1mal täglich 20 mg abändern. Er bekommt weiterhin auch 1/4 Atenolol 25 mg pro Tag. Soll ich vielleicht nochmal nachfragen, ob Benazepril auch für diesen Kater sinnvoll wäre? Der zweite Kater bekommt das bereits seit 10 Jahren zusammen mit Atenolol...

Zu diesem: Ich habe auch meinen zweiten Kater Orko (Merlins Vater) mitgenommen und möchte vielleicht anderen Lesern auch ein wenig Mut machen. Orko hat 2006 im Alter von 5 Jahren die Diagnose "milde HCM" bekommen. Im August wird er 16 Jahre alt und hat ein für sein Alter "normales" Herz. Natürlich hat er immer Medikamente bekommen (und bekommt sie weiterhin...), aber ich freue mich sehr darüber :!:

HERZliche Grüße
Thisbe

Kardio
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Re: Thrombosegefahr

Beitragvon Kardio » Fr Apr 28, 2017 10:25 am

Hallo,
die Gefahr einer Aortenthrombose bei Katzen erhöht sich, wenn der linke Vorhof vergrößert ist. Mit der Größe der Aorta hat das normalerweise nichts zu tun. Wenn also der linke Vorhof Ihres Katers nicht vergrößert ist, benötigt er aus kardialer Sicht keine Thromboseprophylaxe. Ob eine Thromboseprophylaxe aus anderen (systemischen) Gründen bei Ihrem Kater sinnvoll ist, kann nur Ihr behandelnder Tierarzt beurteilen.

Leider können wir im Rahmen dieses Forums keine Ultraschallwerte beurteilen und individuelle Therapieempfehlungen aussprechen, da wir die Tiere nicht selber untersucht haben und somit nicht alle genauen Befunde und Gegebenheiten kennen. Generell gesehen kann man einen ACE-Hemmer bei Katzen im stabilisierten Herzversagen verabreichen. Ob ein ACE-Hemmer (zB Benazepril) jedoch bei Ihrem Kater sinnvoll ist, sollten Sie mit dem behandelnden Kardiologen besprechen.

Schön, dass es Ihrem Kater Orko bereits so lange so gut mit seiner Herzerkrankung geht.
Wir drücken die Daumen, dass es Merlin und Orko noch lange gut geht.
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Thisbe
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Re: Thrombosegefahr

Beitragvon Thisbe » Di Mär 20, 2018 9:22 pm

Hallo erneut...

Merlin ist am 10. Januar eingeschläfert worden. Die Tierärztin ging aufgrund der Vorgeschichte von einer Thromboembolie aus. Die Tierärztin (war nun keine spezielle Kardiologin, da ich in Windeseile mit dem schreienden Kater zu ihr bin...) empfahl mir anfänglich, den Thrombus mit Spritzen aufzulösen und es "nochmal zu versuchen", ich wollte dies aber nicht, weil Merlin 1. bereits 15 ist und seit fünf Jahren Entwässerungsmedikamente (20 mg Furosemid) bekommt, die auch in den Nieren wohl langsam Spuren hinterließen (er trank seit einigen Tagen vermehrt und leckte sich das Maul --> Übelkeit?) und ich 2. das Risiko nicht eingehen wollte, dass er nochmal solche Schmerzen bekommt, während ich auf der Arbeit bin etc. Darum entschied ich mich für die Euthanasie meines lieben Katers.

Als ich am 10. Januar von der Arbeit kam, hockte Merlin recht apathisch und merklich unterkühlt im Freigehege. Er ging schwankend. Ich trug ihn in die Wohnung und googelte Tierarztöffnungszeiten, während dessen setzte er auf dem Klo Kot ab und wirkte dann etwas entspannter. Er sprang dann zu mir auf den Schreibtisch. Plötzlich, nach vielleicht 1 Minute, atmete er von jetzt auf gleich schnell und fing an zu schreien, fiel auf die Seite und urinierte. Ich wickelte den schreienden Kater in eine Decke ein und machte mich sofort (zum Glück konnte spontan jemand als Fahrer einspringen) auf zum Tierarzt. Auf der Fahrt wand er sich und schrie. Einmal erschlafft der ganze Kater kurz und ich dachte schon, es wäre vorbei... Beim Tierarzt wiederum saß er wieder relativ apathisch in der Hockposition. Er konnte gehen, zog aber ein Bein nach. Die Tierärztin sprach davon, dass er niedrige Temperatur hat und hielt auch eine Thromboembolie für wahrscheinlich. Sie meinte allerdings auch, er habe keine Schmerzen, sondern sei nur gewissermaßen "irritiert" über die Empfindungsprobleme im Bein. Nun gut..

Meine Frage, die mich seither beschäftigt: Vermutlich hatte er ja schon im Freigehege so eine "Attacke", nach der er in der Ecke hockte. Allerdings schien sich ja das Schmerzempfinden während dieses Zeitraums zu ändern, kurz ging es besser, dann war es wohl absolut furchtbar, beim Tierarzt kauerte er wieder. Kann so eine Embolie gewissermaßen "in Schüben" verlaufen? Oder quasi durch den Sprung nochmal "aktiviert" worden sein? Oder spricht das nun doch eher GEGEN eine Thromboembolie? Die Tierärztin hat eine Röntgenaufnahme angefertigt, die aber keine Erkenntnise brachte.

Es wäre toll, wenn Sie mir diese Frage beantworten könnten, weil ich öfter darüber nachdenken muss und mir dies helfen würde, besser damit abzuschließen.

Vielen Dank an dieser Stelle für das Forum, an das ich mich in den letzten 10 Jahren immer mal wieder wenden durfte!

Und: Orko geht es immer noch gut. Er wird im April 17 und hat seit drei Monaten eine Diabetes-Erkrankung durch eine Futterumstellung überwunden. Fast ist es ja schön, wenn sich nach 10 Jahren Dieangose einer HCM nun richtige "Altersbeschwerden" einstellen... ;) Wer hätte das gedacht...


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