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Tierkardiologie LMU • Unterschiedliche Behandlunsansätze bei DCM (Meerschweinchen)
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Unterschiedliche Behandlunsansätze bei DCM (Meerschweinchen)

Verfasst: Mi Jul 24, 2019 12:54 pm
von ewe78
Hallo zusammen,

eine Freundin hat ebenso wie ich, verschiedene herzkranke Meerschweinchen, HCM und DCM. Kürzlich sind wir durch Zufall drauf gekommen, daß unsere DCM-Schweinchen völlig unterschiedlich therapiert werden, obwohl die behandelnde Ärztin die gleiche ist. Wir halten sehr viel von ihr und wollen nicht, daß sie denkt, wir zweifeln an ihr. Stattdessen wollen wir erstmal an unserem Verständnis für die DCM und deren Behandlung arbeiten, bevor wir sie direkt ansprechen. Vielleicht können Sie uns dabei helfen...

Schweinchen 1:
Die einzige Auffälligkeit war, daß das Tier viel geschlafen hat.
Der Herzmuskel ist eher zu dünn (0,2 bis 0,38cm), Innendurchmesser der linken Kammer aber in der Norm. Linker Vorhof vergrößert (0,8cm). LA/Ao 1,6. Anzeichen einer DCM bei gut erhaltener Kontraktilität. Behandlung mit Dimazon und Prilium. Atmung ist wieder normal und Schweinchen nicht mehr so müde. Bei Verschlechterung der Kontraktilität, zusätzliche Behandlung mit Pimobendan angeraten.

Schweinchen 2:
Das Tier muss sich oft ablegen und ausruhen, ist dazwischen aber sehr fit und agil. Atmung ist sehr schnell.
Ao Stamm Durchmesser 0,44cm, LA Durchmesser 0,63cm, LA/Ao 1,43.
Gute Kontraktiliät. Rechte Herzkammer vergrößert. Diagnose: früh erkannte DCM, Behandlung mit Pimobendan. Die Atmung ist leider nach zwei Monaten Therapie immernoch sehr schlecht. Lunge obB, Leberultraschall und Kontroll-Herzultraschall sind in 1,5 Monaten geplant. Wir finden keine Erklärung für die auffällige Atmung. Es wurde von Cardisure auf Vetmedin umgestiegen auf meinen Wunsch, weil die LMU Vetmdin empfiehlt, jedoch keine Veränderung bemerkbar bei der Kleinen.

Warum wird DCM einmal mit ACE-Hemmer behandelt und einmal mit Pimobendan? Spielen die unterschiedlichen Herzseiten irgendeine Rolle bei der Medikation (wir wissen nur, daß eine Rechtsherzsymptomatik erst zu Leberstau und eine Linksherzschwäche zum Lungenödem führt)? Könnte Schweinchen 2 ein Umstieg auf ACE-Hemmer helfen? Ich dachte Pimobendan wäre IMMER das Mittel der Wahl bei DCM. Schweinchen 1 geht es aber schon lange sehr gut mit dem ACE-Hemmer.

Vielen Dank schon mal für Ihre Mühe und liebe Grüße
Elke

Re: Unterschiedliche Behandlunsansätze bei DCM (Meerschweinchen)

Verfasst: Di Aug 13, 2019 9:34 am
von J.Eberhard
Hallo!

Eine dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Pumpschwäche des Herzens. Sie betrifft meist hauptsächlich die linke Seite, kann jedoch auch die rechte Seite des Herzens betreffen.
Bei Meerschweinchen ist die Studienlage über DCM nur relativ dünn. Das bedeutet, dass es derzeit keine wissenschaftlich abgesicherten Therapieempfehlungen bei diesen Tieren mit DCM gibt. Dementsprechend muss der behandelnde Tierarzt bei jedem Patienten individuell abwägen, welche Therapie geeignet ist.
Warum das 2. Meerschweinchen weiterhin schlecht atmet und ob und wann der Einsatz von ACE-Hemmern und Vetmedin bei Ihren Tieren indiziert ist, können wir nicht entscheiden, ohne die Tiere selbst untersucht zu haben. Wir empfehlen Ihnen daher am besten Rücksprache mit der behandelnden Tierärztin zu halten, falls Sie Fragen zur individuellen Therapiewahl haben.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Meerschweinchen alles Gute!