Husten - Mitralklappenendokardiose - Trachealkollaps

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kreyem
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Husten - Mitralklappenendokardiose - Trachealkollaps

Beitragvon kreyem » Di Jan 07, 2020 4:30 pm

Hallo,

wegen Husten habe ich im November 2018 meinen damals 10 jahre alten Hund beim Kardiologen vorgestellt. Der Herzschall ergab folgende Diagnose: Hochgradige, dekompensierte Mitralklappenendokardiose (Stadium C mit Flail des septalen Segels). Mgr. pulmonale Hypertension ggr. Trikuspidalklappendokardiose.

Seit der Diagnose bekommt er folgende Medikamente:
Dimazon 40 mg je 1/1/2 Tabletten 2x täglich
Vetmedin 10mg 2 x täglich
Cardalis 10/80 mg, 1 x täglich

Direkt beim Kardiologen bekam er damals noch eine Entwässerungsspritze.
Die ersten 5 Tage nach dieser Spritze war er vollkommen hustenfrei mit der Zeit fing er aber wieder an mal mehr, mal weniger zu husten.

Im Sommer 2019 wurden wir wegen des Hustens nochmal vorstellig. Da die Tierärztin den Husten auslösen konnte, wurde zum Herzbefund noch ein Trachealkollaps vermutet. Seitdem bekommt er zur oben genannten Medikation noch 2x täglich je 125mg Theophyllin.

Anfang Dezember 2019 waren wir wieder beim Herzschall. Lt. dem Kardiologen hat sich der Zustand der Herzklappe nicht weiter verschlechtert, das Herz ist minimal kleiner geworden, alles im allen war der Kardiologe mit dem Befund sehr zufrieden. Wegen das anhaltenden Husten haben wir dann versuchsweise über 1 Woche die Gabe von Dimazon auf 3x täglich je 80 mg erhöht. Dies ergab jedoch keine Besserung. Die Woche drauf wurde versuchsweise das Theophyllin auf 2 x täglich je 250mg hochgesetzt. Auch dies verschaffte leider keine Besserung. Vor zwei Wochen wurde dann nochmal geröntgt. Auf dem Röntgenbild konnte man einen Trachealkollaps im Bereich der Brust sehen und es scheint wohl eine Kompression der Luftröhre im Bereich des Herzens vorzuliegen. Meinem Hund wurden dann ein kurzzeitiges Kortison gespritzt. Was leider ebenfalls keinerlei Verbesserung verschaffte.

Die Ruhe-Atemfrequenz (im Schlaf gemessen) liegt zwischen 14 und 20 Atemzüge pro Minute.

Da der Husten (an schlechten Tagen ca. 20x am Tag) meist bei Aufregung oder Anstrengung auftritt, auf dem Röntgenbild kein Wasser in der Lunge zu sehen ist, wird vermutet das der Husten durch den Trachealkollaps kommt und/oder die Kompression und Reizung der Luftröhre durch das vergrößerte Herz.

Nach einem Hustenanfall kann man meist auch deutlich ein Atemgeräusch von der Schnauze bis in den Bauchraum hören (tut mir leid, ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll)

Können Sie uns noch einen Rat geben, was wir bezüglich des Hustens noch unternehmen (versuchen) könnten?

Lt. Tierarzt ist aufgrund des Herzbefundes an eine OP wegen Trachealkollaps (Stent) nicht zu denken.

Ich habe gelesen, dass die Gabe von Kollagen die Luftröhre wieder aufbauen könnte. Gibt es hierzu Erfahrungen?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Mitralklappenendokardiose und dem Trachealkollaps?

Viele Grüße
K. Meyer

j.friederich
Beiträge: 55
Registriert: Di Jan 08, 2019 7:18 am

Re: Husten - Mitralklappenendokardiose - Trachealkollaps

Beitragvon j.friederich » Fr Jan 10, 2020 5:03 pm

Guten Tag,

es tut mir sehr leid, von der Diagnose Ihres Hundes zu hören!
Wir haben leider keine Erfahrungen mit der Gabe von Kollagen bei Trachealkollaps und es gibt auch keine aussagekräftigen Studien darüber.
Ein direkter Zusammenhang zwischen Trachealkollaps und Mitralklappenendokardiose besteht nicht, jedoch handelt es sich hierbei um Erkrankungen, die beide bei kleinen Hunderassen auftreten und deshalb häufig zusammen diagnostiziert werden.
Wenn eine operative Korrektur des Trachealkollaps mittels Stent nicht möglich ist, ist der Einsatz von Theophyllin die Therapie der Wahl. Sollte dies nicht den gewünschten Erfolg erzielen, kann zusätzlich ein Hustenblocker, wie beispielsweise Paracodin, eingesetzt werden. Dies kann die Hustensymptomatik weiter verbessern.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund weiterhin alles Gute!
Jana Friederich
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München


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