Wie steht es um Daisy?

Hier bieten wir momentan Hilfe bei Ihren kardiologischen Fällen an

Moderator: s.hertzsch

Daisypups
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Wie steht es um Daisy?

Beitragvon Daisypups » Di Nov 13, 2018 11:10 am

Hallo,

Meine Daisy ( chihuahua) hat vor 4 Jahren die Diagnose undichte Herzklappe bekommen. Bis vor ein paar Tagen hatte sich zum Glück nie etwas verschlechtert und sie brauchte nie Tabletten.

Jetzt atmete sie Dienstag plötzlich komisch und wir sind in die Tierklinik.

Da dann der Schock.

Ein Band ist gerissen am Herzen und dadurch kam es jetzt zu Wasser in der Lunge.
Wir waren erst 22 Tage zuvor beim Routinemäßigen Herzultraschall und da war alles in Ordnung.

Ich bin völlig fertig mit der Welt und schockiert darüber wie schnell das ging.

Die bekommt jetzt 2 verschiedene Herztabletten und 3 mal am Tag entwässerungstabletten.

Wir waren dann 1 Woche später wieder zur Kontrolle in der Klinik und das Wasser war zum Glück vollständig weg und die Werte hatten sich auch schon verbessert.
Das Herz und Vorhof sind bisher zum Glück auch nur minimal vergrößert.

Das sind ihre Werte:
Herzmorphologie
Linker Ventrikel(LV) oBB
Diastolischer Index 1,73
Systolischer Indes 0,71
Linkes Atrium(LA) mgr dilatiert
Rechter Ventrikel (RV) obB
Rechtes Atrium (RA) oBB
Systolische Funktion: gut

Dopplerechokardiographie
Mitralklappeinsuffizienz mit Sehnenfadenabriss
Trikuspudalklappe obB
Pulmonalklappe obB

Daisy wiegt 3 Kilo und 400 Gramm.
Sie bekommt:

Morgens eine halbe Cardalis 2,5 mg und eine halbe Vetmedin 1,25 mg und 3/4 Dimazon 10 mg

Mittags 3/4 Dimazon 10 mg

Abends eine halbe Vetmedin 1,25 mg und 3/4 Dimazon 10 mg


Ich lese oft solche Angaben Wie, dass es ab Auftreten des 1. Ödems eine Lebenserwartung von nur noch 9 Monaten gibt.
Was können Sie zu solchen Angaben sagen?

s.hertzsch
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Re: Wie steht es um Daisy?

Beitragvon s.hertzsch » Di Nov 20, 2018 10:42 am

Guten Tag,

gemäß der aktuellen Studienlage ist die durchschnittlicher Überlebenszeit bei Patienten, welche aufgrund einer Mitralklappenendokardiose in ein Herzversagen gekommen sind, bei einer Therapie mit Entwässerung und Vetmedin 267 Tage. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder Patient nur 267 Tage leben wird, sondern es ist ein Durchschnitt. Das bedeutet, dass manche Patienten kürzer und manche auch deutlich länger leben. Wir haben einige Patienten, welche trotz eines vorangegangenen Herzversagens noch mehrere Jahre mit idealer Therapie stabil waren. Andere wiederherum haben sich leider nach kürzester Zeit wieder verschlechtert. Das Ziel ist es bei jedem Patienten die Statistik und somit die 267 Tage zu schlagen. Jedoch gelingt uns das leider nicht immer. Es ist gut, dass es Ihrer Daisy mit der begonnenden Therapie bereits besser geht. Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen, dass bei Daisy die Statistik geschlagen werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sabine Hertzsch

Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Daisypups
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Re: Wie steht es um Daisy?

Beitragvon Daisypups » Di Nov 20, 2018 12:34 pm

Also sind wir mit Daisy bereits im letzen Stadium??
Ich dachte das wäre erst, wenn das Herz stark vergrößert ist und Symptome dazu treten.
Daisys Herz ist ja erst mittergradig vergrößert und Symptome hätte sie auch ohne Medikamente keine.
Es kam durch den Riss zum Ödem aber sonst zeigt sie keine Symptome.

s.hertzsch
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Re: Wie steht es um Daisy?

Beitragvon s.hertzsch » Di Nov 20, 2018 1:21 pm

Guten Tag,

sobald ein Lungenödem vorliegt aufgrund einer Mitralklappenendokardiose wird der Patient gemäß der CHIEF Klassifikation dem Stadium C zugeordnet. Ist der Patient nach einem vorangegangenen Lungeödem unter Therapie komplett stabil, befindet er sich im Stadium C1. Eine Rückkehr in das Stadium B ist nach dem Auftreten eines Lungenödems nicht mehr möglich. Entwickelt der Patient später wieder ein Lungenödem, kann er je nach Ausmaß in das Stadium C2 oder C3 oder im Falle eines refraktären Lungenödems sogar in das Stadium D übertreten. Von dem Stadium C2 oder C3 ist jedoch eine Rückkehr in das Stadium C1 möglich, wenn der Patient sich unter der entsprechenden Therapie wieder komplett stabilisiert.

Mit freundlichen Grüßen,

Sabine Hertzsch

Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Daisypups
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Re: Wie steht es um Daisy?

Beitragvon Daisypups » Di Nov 20, 2018 2:11 pm

Ok, Vielen Dank!

Daisypups
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Re: Wie steht es um Daisy?

Beitragvon Daisypups » Di Nov 27, 2018 2:02 pm

Hallo,

Ich hätte nochmal eine kurze Frage.
Ich lese immer, dass ein Lungenödem bei einer Atemfrequenz von unter 30 sehr unwahrscheinlich ist.
Gibt es auch solche Warmvorboten für Wasser im Bauch?
Kann ich Wassersammlungrn im Bauch such irgendwie erkennen?

Kardio
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Re: Wie steht es um Daisy?

Beitragvon Kardio » Di Dez 11, 2018 11:08 am

Hallo,

ja, Wasseransammlungen im Bauch können Sie vermuten, wenn sich der Bauchumfang zügig vergrößert. Regelmäßiges Messen des Bauchumfanges mit einem Maßband kann dabei helfen. Wenn Sie diese Vermutung haben, sollte man mittels Ultraschall den Verdacht bestätigen.

Alles Gute
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Daisypups
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Re: Wie steht es um Daisy?

Beitragvon Daisypups » Di Dez 11, 2018 12:12 pm

Das wird nicht funktionieren.
Daisy neigt seit Baby an öfter zu einem blähbauch und hat ab und an mal Verstopfung und daher einen sehr schwankenden Bauchumfang.


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