Huhu, wir sind hier gerade ein wenig am verzweifeln.
Wir haben einen einjährigen Aussie, der einen angeborenen PDA hatte. Herz war bereits riesig, Lungenödem gab es auch schon. Wir haben im Januar die OP (Amplatzer Duct Occluder) in einer Tierklinik in Österreich machen lassen, alles ging gut. Ein geringer Restdurchfluss ist wohl noch da, niemand hat sich Sorgen gemacht.
Vier Wochen später, bei einer Nachuntersuchung, stellte sich heraus: Der Hund hat jetzt auch noch Vorhofflimmern (hatte er zur OP nicht und auch zur ersten Nachuntersuchung nicht), das Herz ist nicht so stark geschrumpft wie prognostiziert. Jetzt bekommt er neben Vetmedin und den Entwässerungstabletten also auch noch neue Tabletten, die das ins Lot bringen sollen.
Eine Woche später hatte der Hund Fieber. Wir haben noch mal jede Menge Geld in die Hand genommen um sicherzustellen, dass es keine Herzmuskelentzündung ist. War es nicht, alles gut.
Am Wochenende atmete der Hund dann schwerer und hatte vermehrt Herzhusten. Wieder Tierarzt. Nach dem Röntgen zeigte sich: Mehr Wasser in der Lunge als vorher, Wassertablettendosis erhöhen. Wir haben alles sofort in die Klinik in der er operiert wurde weitergeleitet, aber es braucht leider immer einige Zeit bis wir eine Rückmeldung erhalten und einfach hinfahren ist keine Option, da sie halt nicht um die Ecke ist.
Wir machen uns nun aber mega Sorgen, denn eigentlich sollte nach der OP ja alles eher besser werden und die Lunge freier werden, oder? Machen wir etwas falsch? War die OP für nichts und er hat dennoch keine Chance? Wo könnte hier das Problem sein, bzw was können wir tun?
Vielen Dank schon mal für eine etwaige Antwort.
Nach PDA-OP wieder mehr Wasser in der Lunge.
Moderator: j.schöbel
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j.friederich
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- Registriert: Di Jan 08, 2019 7:18 am
Re: Nach PDA-OP wieder mehr Wasser in der Lunge.
Guten Tag,
wenn ein persistierender Ductus Arteriosus (PDA) diagnostiziert wird, der auch zu einer deutlichen Herzvergrößerung geführt hat, sollte er auf jeden Fall verschlossen werden. Die Prognose nach der OP ist in den meisten Fällen gut und die Patienten verbessern sich deutlich.
Die Prognose hängt aber auch davon ab, wie groß das Herz vor der OP war und ob die Pumpleistung des Herzens schon beeinträchtigt war.
Eine mögliche Erklärung im Falle Ihres Hundes ist, dass er bereits vor der OP ein Lungenödem hatte und vermutlich beides bereits der Fall war. Durch den Verschluss des PDAs reduziert man das Blutvolumen und verkleinert dadurch die Herzgröße, eine reduzierte Pumpleistung bleibt allerdings bestehen und muss weiter mit Vetmedin behandelt werden. Da der linke Vorhof vermutlich auch stark vergrößert war und durch die chronische Dilatation sich dort kleine Narben bilden können, kann daraus Vorhofflimmern entstehen. Durch den sehr unregelmäßigen Herzrhythmus wird die Arbeit des Herzens dann deutlich beeinträchtigt, was das erneute Lungenödem erklären kann. Das heißt, wenn das Vorhofflimmern nicht entstanden wäre (und das kann leider keiner vorhersagen), wäre der Verlauf ein anderer gewesen.
Wichtig ist nun, dass das Lungenödem therapiert wird (Vetmedin, Entwässerung) und dass die Frequenz des Vorhofflimmerns gut kontrolliert wird (< 160/min, mit Diltiazem und/oder Digoxin), damit es dem Hund besser geht.
wenn ein persistierender Ductus Arteriosus (PDA) diagnostiziert wird, der auch zu einer deutlichen Herzvergrößerung geführt hat, sollte er auf jeden Fall verschlossen werden. Die Prognose nach der OP ist in den meisten Fällen gut und die Patienten verbessern sich deutlich.
Die Prognose hängt aber auch davon ab, wie groß das Herz vor der OP war und ob die Pumpleistung des Herzens schon beeinträchtigt war.
Eine mögliche Erklärung im Falle Ihres Hundes ist, dass er bereits vor der OP ein Lungenödem hatte und vermutlich beides bereits der Fall war. Durch den Verschluss des PDAs reduziert man das Blutvolumen und verkleinert dadurch die Herzgröße, eine reduzierte Pumpleistung bleibt allerdings bestehen und muss weiter mit Vetmedin behandelt werden. Da der linke Vorhof vermutlich auch stark vergrößert war und durch die chronische Dilatation sich dort kleine Narben bilden können, kann daraus Vorhofflimmern entstehen. Durch den sehr unregelmäßigen Herzrhythmus wird die Arbeit des Herzens dann deutlich beeinträchtigt, was das erneute Lungenödem erklären kann. Das heißt, wenn das Vorhofflimmern nicht entstanden wäre (und das kann leider keiner vorhersagen), wäre der Verlauf ein anderer gewesen.
Wichtig ist nun, dass das Lungenödem therapiert wird (Vetmedin, Entwässerung) und dass die Frequenz des Vorhofflimmerns gut kontrolliert wird (< 160/min, mit Diltiazem und/oder Digoxin), damit es dem Hund besser geht.
Dr. Jana Friederich
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München