Mitralklappen-Insuffizienz - Belastung?

Hier beantworten wir Fragen zu Herzerkrankungen
Elga
Beiträge: 2
Registriert: Mo Okt 13, 2008 1:27 pm

Mitralklappen-Insuffizienz - Belastung?

Beitragvon Elga » Mo Okt 13, 2008 1:57 pm

Hallo,

bei unserem fast 8-jährigen West-Highand-Terrier wurde vor einem Monat eine kompensierte Mitralklappenschwäche diagnostiziert. Er bekommt hierfür keine Medikamente.

Herznebengeräusche wurden eigentlich schon im Alter von 2 Jahren festgestellt. In diesem Sommer schien er jedoch eine Schwäche zu entwickeln und wir baten vor unserem Urlaub den Tierarzt zu klären, ob es mit den Herzgeräuschen zusammen hängen könnte. Da er auch seit längerer Zeit immer ein komisches Geräusch von sich gibt (Grunz-Schnarch-Schluckauf-Laut!?) wurde er zum Kardiologen überwiesen, wo er auch gespiegelt wurde.

Vorgeschichte in Kürze: Seit Jahren  vermehrt Borborygmus, im Frühjahr deshalb Fütterung umgestellt.
Selbstzubereitetes Pferdefeisch mit Gemüse. Seither deutliche Besserung.

Bei der Spiegelung wurde eine leichte Gastritis und Darmentzündung festgestellt. Des Weiteren die Mitralklappen-Insuffizienz und eine Bronchopathie.

Für die Magen-Darmbeschwerden wurden MCP-Tropfen, Ranitidin und für vermutete Darmbakterien  Metronidazol verordnet. Kotprobe war jedoch frei von Parasiten und Bakterien.
Nachdem wir mit den Medikamenten begonnen hatten, ging es unserem Hund zunehmend schlechter. Er schlief nur noch, war sehr antriebsarm. Nach ein paar Tagen fing er an sich zu übergeben und konnte sogar noch nicht mal mehr das Trinken bei sich behalten. Daraufhin setzten wir alle Medikamente ab. Nach einer Diät mit Hüttenkäse und Reis, frisst er jetzt wieder gut und gerne. Er ist
sogar so munter wie nie zuvor. Eigentlich ist noch nie ein großartiger Sprinter gewesen. Eher gemächlich mit viel Schnüffeln. Doch jetzt läuft er sehr gerne mal ein Stück.
Seit wir von der Herzerkrankung wissen, haben wir natürlich angst, dass er sich vielleicht damit schadet.
Oder ist es sogar ratsam eine leichte Ausdauer zu trainieren?

Es wird für Sie vielleicht alles etwas verwirrend klingen, aber es ist schwierig alles in einen kleinen Text unterzubringen.

Vielen Dank bereits im Voraus!

Viele Grüße
Elga

Lisa_Keller
Beiträge: 504
Registriert: Fr Jun 17, 2005 8:43 am

Re: Mitralklappen-Insuffizienz - Belastung?

Beitragvon Lisa_Keller » Mi Okt 15, 2008 9:24 am

Hallo,
über die Belastbarkeit Ihres Hundes im Bezug auf die Herzerkrankung etwas zu sagen ist schwierig ohne den genauen Schweregrad der Erkrankung zu kennen. Generell raten wir unseren Patientenbesitzern, dass die Hunde soviel Leistung bringen sollen wie sie selbst möchten, man sollte sie jedoch nicht zwingen Leistung bringen zu müssen (Laufen am Fahrrad o.ä.).

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. L. Keller
Dr. Lisa Keller&&Resident Kardiologie&&Team Tierkardiologie LMU

Elga
Beiträge: 2
Registriert: Mo Okt 13, 2008 1:27 pm

Re: Mitralklappen-Insuffizienz - Belastung?

Beitragvon Elga » Mi Okt 15, 2008 2:15 pm

Sehr geehrte Frau Dr. Keller,

vielen Dank für die Antwort. Es ist vollkommen verständlich, dass Sie nicht näher auf den Schweregrad eingehen können, wenn Ihnen der Hund nicht bekannt ist.

Zu dem Zeitpunkt als unser Hund untersucht wurde, ging es ihm auch nicht so gut. Und wie gesagt, er ist nie der aktive Hund gewesen. Deshalb haben wir den TA auch nicht auf dieses Thema angesprochen.

Nun hat er aber hin und wieder das Bedürfnis eine kurze Strecke schnell zu laufen. Man merkt schon, dass er nach kurzer Zeit schnell ausgepowert ist. Meine Sorge ist nur, dass er sich übernimmt. Am Fahrrad laufen, könnte und sollte er gar nicht.

Herzpatienten, die z. B. einen Herzinfarkt erlitten haben, werden meines Wissen, in der Reha auch an leichte sportliche Betätigung herangeführt. Daher dachte ich, regelmässige leichte ausdauernde Bewegung (natürlich nur soweit er möchte) könnten ihm vielleicht helfen, die Beschwerden seiner Herzerkrankung zu mindern.
Besonders auffällig ist seine Leistungsminderung bei Wetterumschwüngen, Hitze und Schwüle. An solchen Tagen ist er froh seine täglich Gassi-Runden schnell hinter sich zu bringen.

Ich hätte noch eine Frage bezüglich des Geräusches, das er immer noch macht und bei dem es sich um einen Reflux handeln soll. Ist es bei Hunden so, dass dieser ein Grunz- oder Schnarchgeräusch begleitet. Ich denke mal, wenn er aufstoßen würde, müsste er doch schlucken, schmatzen  oder irgendetwas anderes in der Form machen um den Geschmack oder die Flüssigkeit wieder hinunterzubefördern. Dies macht er nämlich nicht, sondern verhält sich in dem Moment sehr ruhig und uninteressiert.

Gerne würde ich ja noch seinen Rachen untersuchen lassen, aber bis jetzt haben Kosten für die Untersuchungen schon gut und gerne mehr als einen Monatslohn eines Angestellten verschlungen.

Nochmals vielen herzlichen Dank.

Viele Grüße
Elga

Lisa_Keller
Beiträge: 504
Registriert: Fr Jun 17, 2005 8:43 am

Re: Mitralklappen-Insuffizienz - Belastung?

Beitragvon Lisa_Keller » Di Okt 21, 2008 11:11 am

Hallo,
vielleicht könnten Sie dieses Geräusch das Ihr Hund macht filmen und Ihrem Tierarzt zeigen. Dann kann er vielleicht besser beurteilen um welches Symptom es sich handelt.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. L. Keller
Dr. Lisa Keller&&Resident Kardiologie&&Team Tierkardiologie LMU


Zurück zu „Fragen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste