Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Hier beantworten wir Fragen zu Herzerkrankungen
Nalatitus
Beiträge: 4
Registriert: Fr Mär 23, 2018 2:59 pm

Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Beitragvon Nalatitus » Fr Mär 23, 2018 3:54 pm

Hallo liebe Tierärzte,

ich bin etwas überfordert mit der Diagnose Herzkrankheit meines Katers, will ihm aber unbedingt helfen, so ist es keine Lebensqualität für ihn.

Mein Kater Titus ist jetzt neuneinhalb Jahre alt, im Sommer, ziemlich genau an seinen 9. Geburtstag ging es ihm plötzlich sehr schlecht, vorher war er ein lebensfroher gesunder Kater, etwas schreckhaft aber das hat uns nicht gestört.
Er kam eines abends heim als hätte er ein Gespenst gesehen. Er hat sich sofort hingelegt und schwer geatmet. Wir dachten im ersten Moment an einen Unfall, ich habe ihn vorsichtig hochgehoben, dann hat er die Blase entleert, wir dachten an einen Schock und sind sofort zum Tierarzt mit ihm.

Verletzungen konnten keine gefunden werden. Die Blutabnahme zeigte eine leichte Entzündung, wir vermuteten die Blase wegen des Wasserlassens.
So hat er ein leichtes Beruhigungsmittel und Antibiotikum bekommen. Nach 2 Tagen waren wir wieder dort, er atmete immernoch sehr schnell und war auch wenig belastbar, beim erneuten Abhören wurde uns dann gesagt es kommt vom Herzen, näheres konnte mein Tierarzt aber auch nicht sagen und wir wurden mit Prilium entlassen.

Seitdem hat sich sein Zustand sehr verschlechtert, eine Woche später hatte er Wasser in der Lunge, wir bekamen 10 mg Lasix das wir bei Bedarf geben sollten. Inzwischen braucht er das Lasix täglich, an vielen Tagen auch 2x täglich. Er hat sich sehr verändert, geht kaum noch raus, ist abgemagert, das Fell ist struppig, an manchen Tagen denke ich er kann kaum noch 1 Stockwerk die Treppen gehen, oft muss er sich mitten auf dem Weg zum Kratzbaum hinlegen weil er es nicht weiter schafft.

Inzwischen waren wir auch in der Tierklinik mit ihm, dort waren die Blutwerte völlig in Ordnung, der Ultraschall zeigte einen vergrösserten Vorhof, die Behandlung soll so weitergemacht werden wie bisher. Ein Versuch mit Vetmedin war leider erfolglos, da speichelt er so sehr dass ich überhaupt nicht beurteilen kann wieviel von dem Medikament er genommen hat und wieviel ist ausgespuckt worden.

Unser Tierarzt kann uns nicht weiterhelfen, das sagt er auch, er kann ausser entwässern wenn die Lunge wieder vollläuft nichts für ihn tun. Aber so kann es nicht weitergehen, in diesem halben Jahr seit der Diagnose hat er extrem abgebaut, ist nur noch Haut und Knochen und ist kaum noch in der Lage sich fortzubewegen. Seit dieser Woche steht jetzt das Wasser/Futter und auch die Toilette neben dem Kratzbaum, er schafft es kaum noch so weit zu laufen.

Dabei haben wir eigentlich immernoch keine richtige Diagnose, noch nichtmal ob es angeboren ist und erst jetzt richtig ausgebrochen ist oder durch den Infekt erworben. Gibt es denn wirklich keine andere Möglichkeit? Es gibt doch noch viele andere Medikamente, mein Tierarzt sagt das bringt ihm nichts.

Wir wollen ihm doch ein würdiges Leben ermöglichen, im Moment kann davon keine Rede sein.

Ich hoffe sehr dass sie noch einen Rat für uns haben. Und soll ich seine Schwester auch Behandeln lassen obwohl sie topfit ist?

Vielen Dank schonmal im Voraus

Thisbe
Beiträge: 12
Registriert: Di Aug 01, 2006 9:46 am

Re: Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Beitragvon Thisbe » Fr Mär 23, 2018 4:03 pm

Hallo Nalatitus,
da ich selbst zwei herzkranke Kater hatte bzw. nun leider nur noch einen, möchte ich dir empfehlen, einen wirklich auf Herzkrankheiten spezialisierten Tierarzt aufzusuchen - sofern das noch nicht erfolgt ist. Leider sind diese auch nicht in jeder Tierklinik zu finden. Hier kommst du zur Untersucherliste der Mitglieder des Collegium Cardiologicum - vielleicht ist einer in deiner Nähe. In dringenden Fällen bekommt man oft auch kurzfristig einen Termin.

http://www.collegium-cardiologicum.de/mitglieder.html

Ich selbst war bisher bei zwei Ärzten von dieser Liste und beide waren sehr kompetent. Ich drücke die Daumen, dass du zumindest bald eine Diagnose bekommst.

Nalatitus
Beiträge: 4
Registriert: Fr Mär 23, 2018 2:59 pm

Re: Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Beitragvon Nalatitus » Fr Mär 23, 2018 4:10 pm

Hallo Thisbe,

danke für die Liste, unsere Ärzte sind da leider nicht drauf, aber ich habe eine Ärztin in der Nähe gefunden, die werde ich so bald wie möglich kontaktieren, so kann es nicht weitergehen, er wird zunehmend schwächer. Ich möchte wirklich alles versuchen ihm zu helfen.

Nalatitus

Thisbe
Beiträge: 12
Registriert: Di Aug 01, 2006 9:46 am

Re: Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Beitragvon Thisbe » Fr Mär 23, 2018 5:42 pm

Hat er denn nun eine ständig erhöhte Atemfrequenz oder wie hoch ist diese in Ruhe? Ich habe Merlin 20 mg Lasix täglich über 4 oder 5 Jahre gegeben, ggf. kannst du (nach Rücksprache) auch dauerhaft erhöhen, wenn er nun wirklich Atemnot hat? Ggf. liegt seine Apathie aber ja auch an sonstigen Auswirkungen :cry:

Nalatitus
Beiträge: 4
Registriert: Fr Mär 23, 2018 2:59 pm

Re: Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Beitragvon Nalatitus » Fr Mär 23, 2018 7:48 pm

Hallo Thisbe,

ja, er atmet immer etwas schneller, auch in Ruhe, da aber nicht so schlimm. Mir wurde gesagt ich darf bis 20 mg Lasix täglich gehen, seit ein paar Tagen braucht er das auch täglich. Kurz geht es ihm danach etwas besser aber er atmet trotzdem immer schneller als normal. Ich denke schon dass er so apathisch ist weil das Herz nicht mehr mitmacht. So schlimm wie jetzt war es noch nie aber unser Tierarzt sagt es gibt keine Möglichkeit ihm zu helfen.
Es muss doch noch andere Medikamente geben die vielleicht besser helfen? Wenn es so bleibt wie jetzt hat er doch keine Lebensqualität, ich würde ihm so gerne helfen
Nalatitus

Kardio
Beiträge: 162
Registriert: Di Jul 02, 2013 9:00 am

Re: Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Beitragvon Kardio » Fr Apr 20, 2018 7:34 am

Hallo,

auch von unserer Seite ergeht der Rat, einen spezialisierten Kardiologen aufzusuchen und das Herz noch einmal anschauen zu lassen.
Wenn die Atmung weiterhin mehr als 30 Atemzüge pro Minute beträgt, spricht das dafür, dass sich evtl noch Wasser in der Lunge (Lungenödem) befindet und die Entwässerungsdosierung erhöht werden muss. Zur Bestätigung des Lungenödems benötigt man ein Röntgenbild vom Brustkorb.

Unter starker Entwässerungstherapie verlieren die Tiere häufig vermehrt Kalium über den Urin. Deswegen außerdem unser Rat, die Elektrolyte im Blut kontrollieren zu lassen und ggf das Kalium zu ergänzen. Ein zu niedriger Kaliumspiegel im Blut kann nämlich ebenfalls zu Schwäche führen.

Welche weiteren Medikamente bei Ihrer Katze notwendig sind, kann nur der untersuchende Tierarzt beurteilen.

Alles Gute!!
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Nalatitus
Beiträge: 4
Registriert: Fr Mär 23, 2018 2:59 pm

Re: Herzkranke Katze, leider keine genaue Diagnose

Beitragvon Nalatitus » Do Sep 06, 2018 2:39 am

Hallo,
es ist unglaublich aber unser Kater ist wieder (fast) gesund, wir können es immernoch nicht fassen :-)
wir waren noch bei zwei Spezialisten in der Nähe, wieder nur die Diagnose Wasser in der Lunge und Vorhof vergrössert, Lasix weiter erhöhen und hoffen....
Es wurde dann so schlimm dass wir ihn schon einschläfern wollten, es war eine einzige Quälerei, er ist nicht mehr auf den Kratzbaum gekommen, das Katzenklo mussten wir aus dem Keller nach oben holen, er hätte es nicht mehr die Treppen geschafft, konnte nur noch bis zu fünf Metern gehen, dann musste er sich hinlegen. Fressen ging natürlich auch kaum, er war nur noch Haut und Knochen, es war schrecklich.
Ich habe dann im Internet gelesen dass es gerade bei den orientalischen Katzen immer wieder zu Taurinmangel kommen kann, die brauchen da wohl mehr davon. Ich wusste bisher nur dass sie mehr Eiweiss brauchen und habe oft rohes Fleisch zugefüttert, offensichtlich zuwenig. Unser Titus gehört als Bengale zu den Orientalen , also haben wir es sofort ausprobiert, sozusagen als letzte Möglichkeit.
Ich kann es immernoch nicht fassen, aber man konnte zuschauen wie sein Zustand sich verbesserte. Inzwischen lebt er wieder ein völlig gewöhnliches Katzenleben, geht gerne nach draussen, rauft häufig mit dem Nachbarskater, klettert auf Bäume, so wie es sich für einen Kater gehört. Er hat wieder ordentlich zugenommen, frisst wie ein Scheunendrescher und sieht völlig gesund aus. Lasix haben wir nur noch einmal gebraucht, da hatte er einen Abszess vom raufen und irgendwie das Antibiotikum vielleicht nicht vertragen, wir wissen es nicht, das war das einzige mal dass er nochmals Wasser in der Lunge hatte.
Die Kontrollen in der Tierklinik waren alle bestens, der Vorhof ist zwar weiter vergrößert aber irgendwie nicht mehr so schlimm, die waren auch ratlos, haben so etwas noch nie gesehen.Klar, im Nachhinein hätte man den Taurinwert bestimmen sollen, aber ehrlich gesagt ist mir das egal, Hauptsache es hat geholfen.
Sein Prilium bekommt er jetzt sicherheitshalber weiter, allerdings haben wir es auch schon ein paar mal vergessen weil er so fit ist und es war auch kein Problem.
Es tut mir so leid dass ich meinem Kater nicht schon früher Taurin gegeben habe. Seine Schwester bekommt es jetzt auch obwohl sie keine Probleme hat, es kann ja nicht schaden. Hätte ich das nur vorher gewusst wäre ihm viel erspart geblieben.
Vielleicht kann ich ja mit meinem Beitrag noch anderen Katzenbesitzern helfen, unser Tierkardiologe wusste zwar dass Taurinmangel Herzprobleme machen kann aber leider hat uns auch niemand empfohlen Taurin zuzusetzen.
Wir hoffen jetzt dass es unserem Titus noch lange so gut geht.
eine sehr glückliche
Nalatitus :-)


Zurück zu „Fragen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste