Katze RCM, Aszites

Hier beantworten wir Fragen zu Herzerkrankungen
EvaM
Beiträge: 7
Registriert: Do Mär 31, 2011 8:43 pm

Katze RCM, Aszites

Beitragvon EvaM » Do Sep 14, 2017 5:59 am

Hallo,

ich sehe gerade, dass ich im falschen Forum gepostet habe, deshalb hier noch mal meine Anfrage:
****************
Hallo liebes Kardio-Team,
die 16-jährige Katze meiner Mutter leidet an CNE, SDÜ, Harngries und RCM. Alle Diagnosen wurden Anfang diesen Jahres gestellt, bis Ende letzten Jahres zeigte sie keine Symptome. Im September letzten Jahres wurden noch die Zähne saniert, da waren noch keine Herzgeräusche feststellbar.
Anfang des Jahres habe ich dann gedrängt, dass ein Blutbild gemacht wird, da die Katze trotz guten Appetits abgenommen hat und ich eine SDÜ vermutete. Bei der Blutabnahme wurde dann auch routinemässig das Herz abgehört und ein Herzgeräusch festgestellt, weshalb ein Herzultraschall gemacht wurde.

Die Diagnose vom Herzultraschall lautet:
beide Vorhöfe erweitert
Septum 4,95
linksventrikulärer Durchmsesser 18,82
Trikuspidalinsuffizienz (Endokardiose)
hochgradig rechtsatriale Dilatation
mittelgradig linksatriale Dilatation
geringgradiger Thoraxerguss
Vermutlich RCM, intermediäre Kardiomyopathie

Leider ist die Katze extrem ängstlich, so dass die Ultraschalluntersuchung nicht ganz so gründlich durchgeführt werden konnte wie die Tierärztin das eigentlich gerne wollte.

Sie bekommt derzeit 2x tgl 1/4 Tablette 5mg Carbimazol, mit dieser Dosierung ist der T4 wieder in der Referenz.
Die CNE wird lediglich mit alternativen Mittel SUC behandelt, wodurch die Nierenwerte auch gesunken sind; Infusionen bekommt sie nicht.
Der Harngries kann im Moment leider nicht behandelt werden, da wir nicht wissen um welche Art Ablagerung es sich handelt. Angesichts ihrer vielen anderen Probleme kommt eine Narkose um die Blase zu punktieren nicht in Frage und in keiner der bislang abgegebene Urinproben waren bislang Kristalle zu finden. Vermutlich durch den Harngries bedingt leidet sie auch immer mal wieder an Blasenentzündung mit Blut im Urin.
Fürs Herz bekommt sie 1x tgl 1/2 Tablette Benazecare 5mg und Furotab 10mg 1x tgl 1 Tablette wegen der Wassereinlagerung in der Lunge.

Bislang ging es ihr damit auch gut aber am Wochenende hat sie starke Wassereinlagerungen im Bauch entwickelt.
Die Tierärztin hat ihr Samstag ein Entwässerungsmittel gespritzt und meiner Mutter gesagt sie soll das Furotab auf 2x tgl 1 Tablette erhöhen. Gestern Abend war der Bauch aber immer noch beidseitig deutlich geschwollen.

Der Katze geht es angesichts der Umstände noch erstaunlich gut. Sie frisst gut, ist nicht apathisch und freut sich wenn man mit ihr schmust.

Kann man das Herz noch besser therapieren (zB Vetmedin) oder würden Sie auch empfehlen bei dem Benazecare zu bleiben?

Vielen lieben Dank im Voraus und herzliche Grüße in den Süden aus Norddeutschland!
******************
NACHTRAG:
Hallo,

leider geht es der Katze zunehmend schlechter. Die Aszites hat sich nicht verbessert und das Lungenödem scheint sich verschlechtert zu haben.

Kann/sollte man das Furotab noch weiter erhöhen? Wie ist die Höchstdosis? Können wir sonst noch irgendwas tun?

Herzliche Grüße!

s.hertzsch
Beiträge: 123
Registriert: So Aug 02, 2015 10:47 am

Re: Katze RCM, Aszites

Beitragvon s.hertzsch » Do Sep 14, 2017 4:03 pm

Guten Tag,

es tut mit sehr leid, dass es der Katze Ihrer Mutter nicht gut geht.

Eine Wasseransammlung im Bauch (sog. Aszites) kann vielfältige Ursachen haben. Erfahrungsgemäß zeigen Katzen im Herzversagen eher ein Lungenödem oder einen Thoraxerguss (freie Flüssigkeit im Brustkorb) als einen Aszites. Leider kann ich, ohne Ihre Katze selbst untersucht zu haben und die genauen Befunde zu kennen, keine Aussage darüber treffen, ob der Aszites durch ein Herzversagen bedingt ist. Es ist daher empfehlenswert in solch einer Situation weitere diagnostische Abklärungen durchzuführen inklusive eine Untersuchung des Ergusses, um die Ursache für den Aszites sicher bestimmen zu können.

Bei Körperhöhlenergüssen, welche bereits zu einer Einschränkung der Atemarbeit geführt haben, reicht eine alleinige Entwässerung nicht aus. In diesen Fällen muss der Erguss zunächst abpunktiert werden. Anschließend kann im Falle eines Herzversagens mithilfe von Entwässerungsmedikamenten versucht werden die Neubildung des Ergusses zu minimieren. Generell ist zu sagen, dass im Herzversagen eine Entwässerungstherapie absolut essentiell ist, welche bei ausbleibender Besserung auch erhöht werden muss! Wie hoch dies im Einzelfall ist, hängt von den genauen Befunden und dem individuellen Patienten ab und sollte daher am besten mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.

Vetmedin mit dem Wirkstoff Pimobendan ist ein Pumpkraftsteigerndes Medikament, welches bei einer nachweislichen Pumpschwäche seinen Einsatz findet. Ob bei Ihrer Katze solch eine vorliegt, kann im Rahmen einer Herzultraschalluntersuchung beurteilt werden. Benazecare ist dagegen ein ACE-Hemmer, welcher eine andere Funktion hat. Wie bereits erwähnt ist es mir, ohne die Katze selbst untersucht zu haben und alle Befunde genau zu kennen, nicht möglich eine Aussage über die aqäquate Therapie zu treffen. Ich rate Ihnen daher dringend dies mit Ihrem behandelnden Tierarzt zu besprechen und gegebenenfalls erneut mit der Katze bei Ihrem Tierarzt vorstellig zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Hertzsch

Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München


Zurück zu „Fragen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast