Bauchatmung

Hier bieten wir momentan Hilfe bei Ihren kardiologischen Fällen an

Moderator: s.hertzsch

katzen_minze
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Bauchatmung

Beitragvon katzen_minze » So Sep 13, 2015 2:45 pm

Hallo,
seit gut einer Woche hat unsere Hauskatze plötzlich Probleme mit der Atmung (Bauchatmung).

Leider kann unserer Tierarzt anhand des Röntgenbildes und erfolgter Ultraschalluntersuchung nicht genau sagen, ob es sich hierbei um Bindegewebe(Lungenfibrose) oder einer Wasseransammlung handelt.Er tendiert jedoch eher zur Lungenfibrose. Angeblich wäre bei einer Wasseransammlung im Grenzbereich eine klare Linie zu erkennen(?).
Die Katze bekommt täglich  Prednisolon, Enro-Sleecolsowie sowie Pulmo/Bryonia.
Vor einer Woche hatte sie zusätzlich noch eine Dimazon Tablette erhalten
 
Eventuell können Sie aufgrund ihrer Erfahrung(Vergleichsbilder) erkennen, worum es sich hierbei handeln könnte?
http: //img5.fotos-hochladen.net/uploads/rtyk8x9ubmho.jpg
(ohne Leerzeichen nach http)
Falls es sich doch um Wasser handeln solle, wäre eine Entwässerung anzuraten?

mfg.
Manfred

s.hertzsch
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Re: Bauchatmung

Beitragvon s.hertzsch » Mo Sep 14, 2015 6:59 am

Guten Tag,

bei den Ursachen von Atemnot unterscheidet man 2 Gruppen – kardiogen bedingt (vom Herzen ausgehend) und nicht kardiogen bedingt. Kardiogen bedingte Atemnot wird bei der Katze häufig durch einen infolge einer Herzerkrankung entstandenen Thoraxerguss (Wasseransammlung zwischen der Lunge und der Brustwand) als auch durch ein kardiogenes Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge selbst) ausgelöst. Die Gruppe der nicht kardiogenen Atemnot umfasst verschiedenste respiratorische Erkrankungen als auch einen nicht kardiogen bedingter Thoraxerguss oder ein nicht kardiogen bedingtes Lungenödem. Aus diesem Grund ist weiterführende Diagnostik zwingend notwendig, wobei erste Hinweise bereits durch die eingehende klinische Untersuchung gewonnen werden können. Weitere diagnostische Schritte umfassen vor allem bildgebende Diagnostik aber auch Laboruntersuchungen. Sollte sich der Verdacht auf einen Thoraxerguss, welche zumeist bereits klinisch gestellt werden kann, bestätigen, ist die akute Therapie die Punktion des Ergusses. Außerdem sollte der Erguss analysiert werden, da hieran die Ursache für den Erguss weiter eingegrenzt werden kann. Eine alleinige Entwässerung reicht bei einem Erguss nicht aus. Eine Lungenfibrose ist eher eine seltenere Erkrankung bei der Katze.
Leider ist es nicht Sinn dieses Forums Befunde wie Röntgenbilder zu interpretieren, weshalb ich keine Aussage zu dem Röntgenbild treffen werde. Selbstverständlich kann sich jedoch Ihr Tierarzt gerne mit uns in Verbindung setzen und den Fall besprechen oder Sie werden mit Ihrer Katze zu einer 2. Meinung bei einem anderen Tierarzt oder bei uns vorstellig. Da Ihre Katze vermutlich weiterhin Atemnot zeigt, rate ich Ihnen dringen sich erneut mit Ihrem Tierarzt in Verbindung zu setzen oder bei einem anderen Tierarzt mit Ihrer Katze vorstellig zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Hertzsch
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

katzen_minze
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Re: Bauchatmung

Beitragvon katzen_minze » Mo Sep 14, 2015 12:33 pm

Guten Tag,
vielen Dank für die Rückmeldung!

Die Katze wurde seit dem Auftreten der Atemnot noch am gleich Tag vom Tierarzt untersucht und behandelt.
Sie erhält seither die genannten Medikamente,mit denen sie offenbar etwas besser atmet.
Sie atmet wieder durchgehend durch die Nase, ohne Hecheln bzw. nicht mehr durch den Mund mit herausgestreckter Zunge.

Die Bauchatmung ist allerdings nach wie vor unverändert.

Obwohl der Tierarzt keine genaue Aussage zum Krankheitsbild machen kann, ist er der Meinung das es sich  höchstwahrscheinlich um eine verstärkte Bildung von Bindegewebe (Lungenfibrose) handelt.

Eine Wasseransammlung (Lunge/Brustraum) kann er  jedoch nicht hundertprozentig ausschließen.
Dennoch wurde keine weitere Vergabe von Dimazon  angeordnet.

Die Aussichten für eine Genesung seien schlecht und weitere Untersuchungen wären nicht mehr notwendig.
Ein Tierklinikaufenthalt wäre nur Stress für die Katze.Sollte sich der Zustand trotz der Medikamente verschlechtern,so sollte die Katze erlöst werden.



Nun habe ich Zweifel an den Aussagen des Tierarztes, da doch eine weiterführende Diagnostik zwingend notwendig wäre.

Mir stellt sich auch die Frage, ob sich bei Lungenfibrose (sofern es zutrifft) der Zustand innerhalb eines Tages von normaler Atmung auf Atemnot ändern kann?

Leider frisst jetzt die Katze zunehmend weniger, so das ihr Allgemeinzustand keinen längeren Transport zulassen würde (ggf. nur mit einem Sauerstoffzelt oder ähnlichem).Ich werde diesbezüglich die nächste Tierklinik aufsuchen.


Mit freundlichen Grüßen

Manfred

s.hertzsch
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Re: Bauchatmung

Beitragvon s.hertzsch » Mo Sep 14, 2015 6:47 pm

Guten Abend,

Katzen neigen häufig dazu ihre Symptome zu verstecken. Aus diesem Grund fallen die Veränderungen meist erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf. Für die Halter sind die Symptome daher zumeist sehr plötzlich, auch wenn die Erkrankung (egal ob respiratorisch oder kardiogen) bereits seit einiger Zeit besteht.
Wie bereits erwähnt sind Entwässerungsmedikamente bei einem Erguss im akuten Fall nicht ausreichend. Der Erguss muss abpunktiert werden um dem Patienten Erleichterung bei der Atmung zu schaffen. Sobald dies geschehen und der Patient stabilisiert ist, erfolgt weiterführende Diagnostik zur Abklärung der Ursachen für den Erguss.
Das Ihre Katze weiterhin eine Bauchatmung zeigt, spricht für das Fortbestehen der Atemnot. Ich lege Ihnen daher erneut dringend ans Herzen mit Ihrer Katze unverzüglich bei einem Tierarzt oder einer Tierklinik vorstellig zu werden. Denn es ist davon auszugehen, dass sich der Zustand Ihrer Katze ohne weiterführende tierärztliche Behandlung nicht bessern wird.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Hertzsch
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

katzen_minze
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Re: Bauchatmung

Beitragvon katzen_minze » Di Sep 15, 2015 9:28 pm

Guten Abend,
es ist gut möglich das die Krankheit schon länger besteht und jetzt progressiv verläuft.Für mich als Leihe wäre es schon vorstellbar das eine massive Wasseransammlung über Nacht auftritt (im Gegensatz zu einer raschen Gewebebildung).
Vor ca. einem halben Jahr ist die jetzt 14 Jahre alte Katze von ca. 4 auf 3,4 kg abgemagert. Unser direkter Tierarzt in der Nähe (welcher kein Röntgengerät hat) hatte sie soweit untersucht und meinte nur, das sie so viel essen sollte wie sie möchte.
Da viele Katzen im Alter an Gewicht verlieren, haben wir den Gewichtsverlust leider nicht als Alarmzeichen wahrgenommen.

Entweder hat der aktuell behandelnde Tierarzt recht, das die Katze ein Art von Tumor bzw. Lungenfibrose hat, oder es handelt sich tatsächlich um einen Erguss den der Tierartzt nicht erkannt hat.
Wie geschrieben, hält der Tierarzt einen Erguss für unwahrscheinlich, da auf dem Röntgenbild keine klare „Wasserlinie“ zu erkennen ist.
Seine Diagnose beruht auf das Abhören (Rauschen beim Atmen zu hören),dem  Röntgenbild und der Ultraschalluntersuchung.
Für mich als Leihe gab es keinen Grund  dem Tierarzt zu misstrauen, zudem am Anfang der Behandlung ein leichte Besserung zu erkennen war.
Dennoch bleiben noch Zweifel offen, wenn ich Röntgenbilder von Thoraxerguss und Lungenödem mit dem aktuellen sehr ähnlich aussehenden Röntgenbild vergleiche.
(Bindegewebe- Infiltrate sehen dagegen auf Röntgenbilder eher fleckig aus)

Ich hoffe nur das noch Zeit zur Rettung der Katze bleibt und sie den Transport zur Tierklinik übersteht.

Mit freundlichen Grüßen
Manfred

s.hertzsch
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Re: Bauchatmung

Beitragvon s.hertzsch » Mi Sep 16, 2015 4:53 pm

Guten Abend,

wie bereits erwähnt treten bei Katzen die Symptome für die Tierhalter meistens sehr plötzlich auf, auch wenn die Erkrankung schon länger besteht. Das liegt daran, dass Katzen Symptome mehr verstecken als andere Tiere, dass einige Symptome (z.B. Leistungsschwäche) schwierig zu beurteilen sind und  das sie häufig sehr unspezifische Symptome zeigen. Auch im Fall eines Thoraxergusses ist es möglich, dass die Patienten diesen über einen gewissen Zeitraum vor dem Halter „verstecken“ können und die Symptome erst bei einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ersichtlich werden.

Da es nicht Sinn dieses Forums ist Röntgenbilder zu beurteilen, werde ich, wie bereits erwähnt, keine Aussage zu dem Röntgenbild treffen und demnach auch keine Stellung zu der Aussage Ihres Tierarztes und Ihren Gedanken dazu nehmen.

Ich hoffe jedoch, dass Sie erneut bei einem Tierarzt oder einer Tierklinik vorstellig geworden sind und Ihre Katze die Fahrt dahin geschafft hat.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Hertzsch
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

katzen_minze
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Re: Bauchatmung

Beitragvon katzen_minze » Mi Sep 16, 2015 10:07 pm

Guten Abend,

ich hatte mir für heute extra frei genommen, doch leider bekam die Katze in der Nacht ohne Vorankündigung eine Art Anfall, den sich nicht überlebt hat.

Mittlerweile hat sich heute auch ein Tierarzt der Tierklinik bzgl. dem Röntgenbild gemeldet und ebenfalls dringendst die ab-punktierung als Sofortmaßnahme empfohlen, unabhängig davon, ob eine Gewebe- Infiltration oder sonstiges diagnostiziert bzw. vermutet wurde. Er konnte auch erklären, das die Katze aufgrund des Druckes im Bauch in den letzten Tagen nicht mehr fressen konnte.

Unverständlich ist für mich, das zwei erfahrene Tierärzte der Tierarztpraxis nach dem Röntgen- und Ultraschallbefund keine ab-punktierung empfohlen haben.   
Der Tierarzt  hatte sogar von einer Tierklinik abgeraten, da der Stress den Zustand nur verschlimmern würde.Ich sollte eher darauf achten, das die Katze stets frische Luft bekommt und keinen Stress ausgesetzt wird.

Nach den jetzigen Erkenntnissen bedauere ich es sehr das ich dem Tierarzt vertraut habe und somit eine mögliche Rettungsmaßnahme für die Katze verspielt habe.

In tiefster Trauer 
Manfred

s.hertzsch
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Re: Bauchatmung

Beitragvon s.hertzsch » Fr Sep 18, 2015 8:45 am

Guten Morgen,

mein herzlichstes Beileid. Sie dürfen sich jedoch keine Vorwürfe machen.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Hertzsch
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Klaus Oehl
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Re: Bauchatmung

Beitragvon Klaus Oehl » Fr Mai 19, 2017 11:08 am

katzen_minze hat geschrieben: 
Eventuell können Sie aufgrund ihrer Erfahrung(Vergleichsbilder) erkennen, worum es sich hierbei handeln könnte?
http: //img5.fotos-hochladen.net/uploads/rtyk8x9ubmho.jpg
(ohne Leerzeichen nach http)
Falls es sich doch um Wasser handeln solle, wäre eine Entwässerung anzuraten?

mfg.
Manfred


Hallo Manfred,

Ich weiß nicht, ob Sie das noch lesen, aber ich sehe auf dem Röntgenbild, in der Lunge (rechts), einen Rundherd. Es könnte sich dabei um einen Tumor handeln. Ob bösartig oder nicht, kann man leider durch ein Röntgenbild nicht sehen.

MfG Oehl


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