Vetmedin Katze

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Moderator: s.hertzsch

sarah
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Vetmedin Katze

Beitragvon sarah » Fr Mai 19, 2017 6:48 am

Hallo,

es geht um Vetmedin bzw. die Gabe. Die Katze hat eine Linksherzhypertrophie und einen dilatierten Vorhof mit Mitralklappeninsuffizienz auf Grund einer Hyperthyreose. Jetzt war sie bei 2 Ärzten, der erste Kardiologe hat:
1x Fortekor 2,5 mg
2x Furosemid 5mg ggf. bis 10 mg
2x Vetmedin 2,5 mg verordnet.
Weil die Katze Husten hatte und der Weg zu dem ersten Arzt weiter, sind wir zu einem Arzt in der Nähe gegangen, der auch Kardiologe ist. Dieser meinte, er würde lieber auf Vasotop umstellen, und generell sieht er in der Gabe von Vetmedin keinen Sinn. Da wir gerade Fortekor gekauft hatten, sind wir verblieben, dass wir das erst aufbrauchen. Aber bei Vetmedin sind wir jetzt unsicher, der eine verschreibt es, der andere sieht darin keinen Sinn. Soll man nun Vetmedin weitergeben, oder nicht? - Hinzu kommt, dass wir den Eindruck haben das Vetmedin der Katze nicht so bekommt, aber das ist unspezifisch, spricht man eher von Verhalten her das Gefühl, aber nicht auf Grund konkreter Dinge wie beispielsweise Erbrechen oder ähnliches.

mtorti
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Re: Vetmedin Katze

Beitragvon mtorti » Mo Mai 22, 2017 11:49 am

Hallo!

Bei der Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM) der Katze handelt es sich um eine primäre Verdickung des Herzmuskels, ohne dass hierfür ursächliche Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck oder eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegen. Ist eine primäre Ursache wie Bluthochdruck oder eine Hyperthyreose gefunden, sollten diese Erkrankungen behandelt werden, um eine Verbesserung der Herzveränderungen zu erzielen. Bei der primären HCM führen die mit der Erkrankung einhergehenden Umbauvorgänge des Herzens vor allem zu einer reduzierten diastolischen Funktion des Herzens. In den letzten Jahren konnte außerdem gezeigt werden, dass Katzen mit einer HCM mit voranschreitender Erkrankung auch eine Abnahme der systolischen Funktion aufweisen. Pimobendan, als pumpkraftsteigerndes Medikament, könnte daher bei einigen Katzen mit einer HCM in Erwägung gezogen werden. Pharmakologische Studien zeigen prinzipiell eine gute Verträglichkeit von Pimobendan bei Katzen. Ob und ab wann genau Pimobendan bei Katzen mit einer nicht obstruktiven HCM eingesetzt werden sollte, ist Gegenstand der derzeitigen Forschung. Inwieweit eine Anwendung bei Ihrer Katze sinnvoll ist, hängt daher sehr stark von den individuellen Befunden im Herzultraschall ab und kann dementsprechend nur von Ihrem behandelnden Kardiologen eingeschätzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Marin Torti
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität


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