Besorgt wegen Medikamenten

Hier bieten wir momentan Hilfe bei Ihren kardiologischen Fällen an

Moderator: s.hertzsch

Michaela.C
Beiträge: 3
Registriert: So Apr 30, 2017 10:01 am

Besorgt wegen Medikamenten

Beitragvon Michaela.C » So Apr 30, 2017 10:47 am

Hallo liebes Forum,

bei meiner 9 jährigen kleinen Mixhündin ( Pudel,Terrier..), 6,5 kg wurde im Oktober 2016 beim Ultraschall ein leichter Mitrallklappenprolaps festgestellt.Nun ein halbes Jahr später zeigte ein erneutes Ultraschall eine leichte bis mäßige degenerative Erkrankung der Mitralklappe und eine leichte Trikuspidalklappeninsuffizienz,welche nun mit Medikamenten behandelt werden soll.
Und zwar folgende:

Benacepril 1,25mg : 1 Tabl. / 12 h
Pimobendan 2,5mg : 3/4 Tabl. / 12 h
Furosemid 40mg : 1/4 morgens und 1/8 zur Nacht
Prilacton 10mg : 1 Tabl. / 24 h

Da wir auf den Kanaren leben würde ich gerne von einem Spezialisten eine weitere Meinung hören ob diese Medikation in Ordnung ist ,wie auch in der Dosierung.
Kira weist noch keine Symtome auf.
Vielen lieben Dank und einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße Michaela

Kardio
Beiträge: 106
Registriert: Di Jul 02, 2013 9:00 am

Re: Besorgt wegen Medikamenten

Beitragvon Kardio » Mi Mai 03, 2017 1:36 pm

Hallo!

Bei der Mitralklappenendokardiose handelt es sich um eine degenerative Erkrankung der Mitralklappe. Sie ist die häufigste Herzerkrankung des Hundes und tritt v.a. bei kleineren Hunden auf. Die derzeitigen Therapieempfehlungen sind abhängig vom Ultraschallbefund und der Symptomatik der Tiere.
Bei Hunden, deren Herz im Ultraschall aufgrund der Mitralklappenendokardiose vergrößert ist, die jedoch noch keine Symptome (zB Husten, Atemnot) zeigen, setzt man Pimobendan ein. Studien haben gezeigt, dass so der Verlauf der Krankheit verlangsamt werden kann. Sobald ein kardiogenes Lungenödem (Wasser in der Lunge) vorhanden ist, was vor allem zu Atemnot führt, beginnt man zusätzlich zu Pimobendan eine entwässernde Therapie, z.B. mittels Furosemid.
Zusätzlich können ACE-Hemmer (wie z.B. Benacepril) oder Aldosteron-Rezeptorblocker (z.B: Spironolacton) eingesetzt werden.

Welche Therapie bei Ihrem Hund sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Kardiologen, der die genauen Untersuchungsbefunde Ihres Hundes kennt.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund alles Gute!
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Michaela.C
Beiträge: 3
Registriert: So Apr 30, 2017 10:01 am

Re: Besorgt wegen Medikamenten

Beitragvon Michaela.C » Do Mai 04, 2017 4:32 pm

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe schon etliche Gespräche mit unserer Tierärztin geführt wegen der Medikamentation,vor allem wegen der beiden Entwässerungsmedikamente.Kira hat kein Ödem in der Lunge und ist an sich top fit,deshalb verstehe ich auch nicht die Kombination von Prilactone und Furasemid.Die Tierärztin meinte das würde nichts machen, da es sehr niedrig dosiert ist. :shock:
Kardiologen findet ich hier auf Teneriffa leider nicht,dass Ultraschall wurde von einem externen Service für Kardiologie durchgeführt.
Ich habe mit der Behandlung noch nicht angefangen da ich sehr verunsichert bin.
Würden Sie einem Hund mit der Diagnose,wie ich in meinem ersten Eintrag geschildert habe noch mit anderen Medikamenten ausser Pimobendan behandeln?
Wenn die Entfernung nicht so gross wäre,hätte ich ihre Klinik sicherlich schon aufgesucht,aber leider liegen da doch etliche Kilometer dazwischen.
Ich hoffe sie können mir Antworten auch wenn sie meine Kira nicht persönlich kennen.

Vielen lieben Dank im voraus
Liebe Grüße Michaela

Kardio
Beiträge: 106
Registriert: Di Jul 02, 2013 9:00 am

Re: Besorgt wegen Medikamenten

Beitragvon Kardio » Fr Mai 05, 2017 10:02 am

Hallo,

Entwässerungstherapie ist aus kardialer Sicht nur dann notwendig wenn das Herz Ihres Hundes dekompensiert ist - also wenn es aufgrund des Herzversagens z. B. zu Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem) gekommen ist. Zur Diagnose eines Lungenödemes benötigt man Röntgenaufnahmen vom Brustkorb.
Sie selber können bei Ihrem Hund die Ruheatemfrequenz zählen. Diese sollte konstant in Ruhe nicht mehr als 30 Atemzüge pro Minute betragen. Hierbei zählt einmaliges Heben- und Senken des Brustkorbes als 1 Atemzug. Sollte die Ruheatemfrequenz Ihres Hundes konstant über 30 Atemzügen pro Minute liegen und/oder ihr Hund verstärkt mit dem Bauch bei der Atmung pressen und/oder progressiven Husten entwickeln, dann sollte geklärt werden, ob dies aufgrund eines Lungenödemes vorliegt.
Sollte die Ruheatemfrequenz Ihres Hundes jedoch konstant unter 30 Atemzügen pro Minute liegen und die Atmung nicht erschwert wirken, dann ist ein Lungenödem sehr unwahrscheinlich und Entwässerungstherapie ist aus kardialer Sicher sehr wahrscheinlich nicht notwendig.
Welche Therapie jedoch die richtige für Ihren Hund ist muss unbedingt mit dem behandelnden Tierarzt/Kardiologen besprochen werden, da nur er/sie alle Untersuchungsbefunde kennt.

Pimobendan wird bei Hunden mit Mitralendokardiose und bereits erfolgter Herzvergrößerung verabreicht. Andere kardiale Medikamente sind in diesem Stadium häufig nicht notwendig. Da wir Ihren Hund jedoch nicht selber untersucht haben, können wir die Frage, ob Ihr Hund speziell noch andere Medikamente als Pimobendan benötigt, nicht beantworten.

Alles Gute für Ihren Hund!!
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Michaela.C
Beiträge: 3
Registriert: So Apr 30, 2017 10:01 am

Re: Besorgt wegen Medikamenten

Beitragvon Michaela.C » So Mai 07, 2017 3:29 pm

Vielen Dank für ihre schnelle Antwort.

Liebe Grüße Michaela


Zurück zu „Fälle“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast