Furosemid

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Moderator: s.hertzsch

Krümel
Beiträge: 6
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Furosemid

Beitragvon Krümel » Do Apr 13, 2017 1:53 pm

Hallo,

meine 12-13 Jahre alte Mischlingshündin (12,8 kg, 35 cm) hatte ein Doppler-Echokardiographie gestern. Bekam bis gestern Vetmedin 2x 2,5 mg, 2x Forthryron 200 mg, 1 Benazepril

Diagnose: Endokardiose mit hochgradiger Mitralisinsuffizienz und leichter Trikuspidalisinsuffizienz, Hypothyreose

Therapie:
2 mal 2,5 mg Kapseln Vetmedin
1 Benazepril 5 mg
Furotab, 3 mal täglich 1/2 Tabl.
Spironolacton: 2 mal täglich 1/4 Tabl.
Forthyron 200 mg, 2 mal 1 1/2 Tabl. täglich

Meine Frage zu Furotab: Im Beipackzettel steht, dass zwischen 1 und 3 Tagen das Behandlungsziel erreicht ist. Ich soll das aber doch ihr für den Rest ihres Lebens geben, oder? Sie muss natürlich öfters raus und trinkt auch mehr. Kann ich das nach paar Tagen auf 2 mal 1/2 Tabl. reduzieren? Ich gebe sie früh und mittags und auch am Spätnachmittag (gestern erst 20.30 Uhr - ich wusste nicht, dass es so schnell wirkt - weil es später etwas mühsam ist, weil man dann nachts immer unterwegs ist). Oder gibt sich das mit der Zeit?

Danke für eine Antwort und herzliche Grüße an die LMU (hab da früher studiert, aber nicht Tiermedizin)


15.4.2017: Leider hechelt sie noch immer und atmet zu heftig.... nicht immer, aber doch relativ häufig :(

mtorti
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Re: Furosemid

Beitragvon mtorti » Di Apr 18, 2017 10:36 am

Hallo!

Furosemid ist ein entwässerndes Medikament, das eingesetzt wird, sobald die Herzerkrankung zu Symptomen wie Atemnot oder Husten geführt hat. Die Entwässerung muss lebenslang gegeben werden, wenn sich das Tier einmalig im Herzversagen befunden hat, d.h. wenn es aufgrund der Herzerkrankung zu Atemnot oder Husten gekommen ist. Man spricht bei der Therapie mittels Furosemid von einer sog. dynamischen Therapie, d.h. die Dosierung wird in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt und unter Kontrolle der Ruheatemfrequenz im Laufe der Zeit angepasst. Sollte die Atemwegssymptomatik unter der Therapie mit Furosemid weiterhin bestehen, so sollte ebenfalls die Dosierung überprüft werden und andere Ursachen für Atemprobleme abgeklärt werden. Ob und wie die Dosierung bei Ihrem Hund angepasst werden kann/soll, besprechen Sie daher am besten mit Ihrem behandelnden Tierarzt.
Furosemid sollte zwei- oder dreimal täglich gegeben werden. Bei zweimaliger Gabe, sollte zwischen den Tablettengaben ein Abstand von ca. 12 Stunden eingehalten werden, um einen Abfall des Wirkspiegels zu verhindern. Bei dreimaliger Gabe entsprechend ein Abstand von etwa 8 Stunden. Durch die Therapie mit entwässernden Medikamenten wird Flüssigkeit aus dem Körper ausgeschwemmt, wodurch die Urinproduktion steigt. Dementsprechend ist eine erhöhte Urinproduktion eine normale Folge einer entwässernden Therapie.
Bitte besprechen Sie die genaue Dosierung der entwässernden Therapie mit Ihrem behandelnden Tierarzt.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Marin Torti
Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Krümel
Beiträge: 6
Registriert: Do Apr 13, 2017 1:40 pm

Re: Furosemid

Beitragvon Krümel » Mo Apr 24, 2017 1:21 pm

Vielen herzlichen Dank für die Antwort (hab ich erst heute gesehen :oops: ).

Krümel hustet glücklicherweise noch nicht. Aber ein gewisser Lungendruck hatte sich schon aufgebaut, daher war es total wichtig, dass sie Entwässerungsmittel bekommt, sie erhält ja zwei (Furotab und Spironolacton), um einem Lungenödem zuvorzukommen.

Draußen ist sie auch recht fit, läuft gut mit. Zuhause hat sie immer noch "Hechelanfälle", die ich aber manchmal durch gutes Zureden und Ablenken beenden kann.

Vielen Dank nochmals, ich werde alles weiter beobachten und das Atemtagebuch führen.

Barbara


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