Lanitop oder Ramipril

Hier bieten wir momentan Hilfe bei Ihren kardiologischen Fällen an

Moderator: s.hertzsch

Aenn
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Lanitop oder Ramipril

Beitragvon Aenn » Sa Dez 31, 2016 4:14 pm

Bei unserem Rhodesian Ridgeback, 8 Jahre, wurde eine linksseitige DCM mit Vorhofflimmern diagnostiziert (Mitte 2015)

Aktuelle Medikation:

Morgens:
15 mg Vetmedin
10 mg Ramipril
80 mg Furosemid
100 mg Karsivan

Mittags:
80 mg Furosemid

Abends:
15 mg Vetmedin
80 mg Furosemid
100 mg Karsivan

Aktuell zeigt unser Rüde Fressunlust und Schwäche in den Hinterläufen sowie Angst beim Treppenlaufen.

Ergänzend bekommt er Elektrolyte.

Urspünglich hat er Lanitop bekommen, was derzeit gegen Ramipril getauscht wurde.
Auch hat er eine zeitlang Upcard erhalten als Diuretikum, danach war er nur noch apathisch. Seit der Gabe von Furosemid
ist er wieder aktiver.

Die Fressunlust hängt wahrscheinlich mit der Herzschwäche zusammen. Er war schon immer kein guter Fresser, aber jetzt
ist es extrem. Er hat Hunger und möchte gern, kann sich aber nicht überwinden. Auffallend ist sein Verlangen nach gebratenem
und gewürztem Fleisch. Was wir nur sehr ungern geben, aber ansonsten frisst er gar nichts.

Welche Möglichkeiten gibt es zur Unterstützung? :?:

s.hertzsch
Beiträge: 123
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Re: Lanitop oder Ramipril

Beitragvon s.hertzsch » Mi Feb 01, 2017 2:52 pm

Guten Tag,

bei Hunden mit DCM und Vorhofflimmern, welche bereits im Herzversagen sind, beobachten wir häufig eine mäßige bis schlechte Futteraufnahme. Diese schreitet oftmals trotz adäquater Therapie weiter voran. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Unter anderem kann es unter der Entwässerung zu einem Anstieg der Nierenwerte als auch einer Verschiebung der Blutsalze kommen. Daher sind regelmäßige Blutwertkontrolle notwendig um frühzeitig therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können. Des weiteren kann das Vorhofflimmern selbst zu einer Fressunlust führen, vor allem, wenn dies noch nicht adäquat eingestellt ist. Jedoch gibt es noch viele andere Gründe, weshalb Patienten die Futteraufnahme verweigern.

Das Ihr Hund eine Hinterhandschwäche zeigt, kann ebenfalls mit der Herzerkrankung und dem Vorhofflimmern zusammen hängen. Lanitop ist eine mögliches Medikament zur Therapie von Vorhofflimmern. Ramipril ist dagegen kein Medikament, welches zur Behandlung von Vorhofflimmern verwendet wird. Leider kann ich ohne Ihren Hund selbst untersucht zu haben und die genauen Befunde zu kennen, keine Aussage zur angewandten Therapie machen. Ich würde Ihnen daher raten sich diesbezüglich an Ihren behandelnden Tierarzt zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Sabine Hertzsch

Team Tierkardiologie
Medizinische Kleintierklinik
Ludwig-Maximilians-Universität München

Aenn
Beiträge: 2
Registriert: Sa Dez 31, 2016 4:01 pm

Re: Lanitop oder Ramipril

Beitragvon Aenn » Mi Feb 01, 2017 6:38 pm

Herzlichen Dank für die Antwort.

Wir haben mittlerweile das Karsivan abgesetzt.

Geben
2 x tgl. 15 mg Vetmedin
1 x 3 Lanitop
1 x 5 mg Ramipril

Vor der Fütterung gibt es
1 EL Quark/Joghurt oder Körnerkäse mit 1400 mg Fischöl

Zusätzlich 1 Kapsel Mariendistel mit Artischocke

3 x tgl. 80 mg Furosemid

2 x tgl. 2 Tbl. Kalium Arsenicosum

Seitdem stabilisiert sich sein Gesundheitszustand. Er hat nicht nur Appetit sondern frisst auch wieder
von sich aus. Auch die Mobilität kommt langsam wieder zurück.

An einen Termin an der LMU haben wir auch schon gedacht, doch momentan möchten wir ihm die Fahrt
noch nicht zumuten.

GLG

Aenn Pelz


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